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8. Oktober 2019 | 07:00 Uhr
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Travelport will in Deutschland neue Nutzer gewinnen

Alles neu bei Travelport: Im Sommer erst übernahm Greg Webb das Ruder bei dem IT-Konzern. Der langjährige Sabre-Mann baut den GDS-Betreiber zum Technologiekonzern um. Webb will für Luftfahrt und Reisevertrieb Tools entwickeln, die sich an den Wünschen der Endkunden orientieren. In Deutschland soll Dieter Rumpel (Foto) Portale und Reisebüros überzeugen.

Rumpel Dieter DACH Leiter Travelport Foto Travelport

Dieter Rumpel ist bei Travelport für Deutschland, Österreich und die Schweiz verantwortlich

„Der deutsche Markt bietet für uns viele Chancen. Der Vertrieb will eine Alternative haben“, sagt Alistair Rodger, der in Europa für Agency Sales verantwortlich ist. Und die Alternative soll Travelport liefern. „Wir haben nichts zu verlieren“, sagt er mit Blick auf den in Deutschland übermächtigen Wettbewerber Amadeus.

Eine Strategie für den deutschen Markt hat Rodger noch nicht. Dafür sei es noch zu früh, sagt er. Tatsächlich ist der frühere Holiday-Autos-Chef erst ein paar Wochen im Amt – so wie viele andere im Topmanagement von Travelport.

Travelport will deutsche Reisebüros gewinnen

Ganz anders als Dieter Rumpel, der schon seit neun Jahren an Bord ist. Der Schweizer ist Managing Director für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Eine genaue Zahl nennt Rumpel zwar nicht und spricht von einigen hundert Reisebüros, die mit den Travelport-GDS Galileo oder Worldspan arbeiten. Vor allem bei Consolidators wie Aerticket oder FTI Ticketshop ist eines der beiden Reservierungssysteme im Einsatz.

Rumpel will nun aktiver werden und mehr Reisebüros und Reiseportale für Travelport gewinnen. Ein wichtiges Argument, mit dem er punkten will, ist die Effizienz des Systems und die Prozessoptimierung. „Wir hören unseren Kunden zu und entscheiden schnell“, sagt Rumpel.

Das wirke sich positiv auf die Zahl der Schnittstellen zu anderen Systemen aus, die darüber in Travelport buchbar werden. Etwa das gesamte Flugangebot von Southwest Airlines, der Mutter aller Billigflieger aus den USA.

Umsetzung des NDC-Standards hat Priorität

Bei der Umsetzung des Datenstandards NDC sei Travelport ganz vorne dabei, ist Rumpel überzeugt. Erste Live-Tests gibt es mit Qantas, Singapore Airlines folgt in den nächsten Monaten. Bis Ende 2019 sollen zehn Carrier angeschlossen sein, in einem Jahr 20. Über sogenannten „Rich Content“ könnten zwar schon jetzt Extras bei rund 300 Airlines gebucht werden, dies sei aber nur eine Zwischenlösung bis zum Einsatz von NDC.

Die deutschen Reiseveranstalter sind auch in Travelport zu finden. Der Technologiekonzern hat die Mehrheit an Travel-IT gekauft. Dazu gehören LM Plus für Reisebüros und LM Web für Reiseportale. Schnittstellen zu den Midoffice-Systemen gibt es ebenfalls.

Derzeit arbeitet Travelport an einer neuen Plattform in der Cloud. Noch sind die Programme lokal auf den Rechnern der User installiert. Im nächsten Jahr soll dies überflüssig werden. Auf der Plattform können Reisebüros dann unterschiedliche Module auswählen und das System nach ihren Wünschen zusammenstellen, zum Beispiel durch sogenannte Plugins, etwa für NDC.

Thomas Hartung

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