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27. März 2020 | 13:05 Uhr
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"90 Prozent der Unternehmen haben noch kein Geld erhalten"

Das ist das Ergebnis einer Umfrage, die der DRV am Freitag veröffentlichte und an der nach Angaben des Verbandes rund 700 Unternehmen teilnahmen. Unter den Nägeln brenne den Firmen besonders das Rückerstattungsthema, das dringend gelöst werden müsse, so DRV-Chef Norbert Fiebig (Foto).

Fiebig Norbert

DRV-Chef Norbert Fiebig fordert erneut schnellere Hilfen

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"90 Prozent der Unternehmen – Reisebüros wie Reiseveranstalter – haben bisher noch kein Geld gesehen", kommentierte DRV-Präsident Norbert Fiebig das Ergebnis. "Und das in dem Wissen, dass sie ohne schnelle und unbürokratische Liquiditätshilfen bald am Ende sind." Über den aktuellen Stand kann die Momentaufnahme nur begrenzt Auskunft geben. Denn der Umfragezeitraum erstreckte sich vom vergangenen Dienstag bis zum Donnerstag.

Das offenbar drängendste Problem der Branchenvertreter ist dabei indes noch völlig ungelöst. Rund 70 Prozent der Mitgliedsunternehmen sehen laut Umfrage eine Klärung der Rückerstattung von stornierten Leistungen als vordringlich an. Der DRV will in dieser Frage bekanntlich erwirken, dass Veranstalter den Wert geleisteter Anzahlungen in Form von Gutscheinen an ihre Kunden geben dürfen.

Bedrohlicher Liquiditätsabfluss

"Klar ist", so Fiebig, "wir brauchen dringend Unterstützung, um den Liquiditätsabfluss in der Branche zu stoppen. Ansonsten werden viele Unternehmen nicht durch diese Krise kommen. Unsere große Herausforderung ist der Faktor Zeit." Mit der Gutscheinlösung könnten auch Provisionsrückbuchungen bei den Reisebüros vermieden werden, das Geld für geleistete Arbeit würde im Reisebüro verbleiben, wirbt der DRV-Präsident für das Konzept, das unter Reisebüros eher umstritten ist. Eine Entscheidung der Bundesregierung stehe weiter aus, hieß es bislang seitens des Verbandes.

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage: Mit einem Anteil von mehr als zwei Dritteln der befragten Unternehmen, die bereits einen Antrag gestellt haben, ist in der Reisewirtschaft das Kurzarbeitergeld das am häufigsten nachgefragte Modell. Immerhin 44 Prozent der Befragten setzen auf Steuervergünstigungen und ein Fünftel hat Überbrückungskredite beantragt.

Eine gravierende Förderungslücke, so Fiebig, herrsche derzeit für Unternehmen, die zwischen zehn und 250 Mitarbeiter beschäftigen. Diese fielen "im Moment durchs Raster". "Diese Förderlücke muss schnellstmöglich geschlossen werden." Ein Großteil der Unternehmen in der Touristik falle genau in diese Größenordnung.

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