Die Übernachtungen ausländischer Gäste in Deutschland sollen zwischen 2026 und 2036 um 29 Prozent zunehmen, jene inländischer Gäste um 22 Prozent. Europaweit erwartet die Studie Zuwächse von 42 beziehungsweise 24 Prozent. Die Analyse umfasst 47 europäische Länder und beruht auf Prognosen von Tourism Economics vom Juni 2026.
Für deutsche Hotels bleiben die Niederlande und die Schweiz die wichtigsten Herkunftsmärkte. Gleichzeitig wächst die Nachfrage aus Asien. Die Zahl der Gäste aus China soll bis 2036 um 178 Prozent steigen, aus Südkorea um 94 Prozent, aus Japan um 92 Prozent und aus Indien um 84 Prozent. Gemeint sind jeweils die Ankünfte, nicht die Übernachtungen.
Bei China verweist der Bericht auch auf den noch bestehenden Aufholbedarf gegenüber dem Niveau vor der Pandemie. Direkte Flugverbindungen von mehreren deutschen Flughäfen, darunter Frankfurt und München, begünstigten die Entwicklung.
Geschäftsreisen wachsen in Deutschland langsamer
Bei Geschäftsreisen aus dem Ausland erwartet die Studie für Deutschland ein Plus von 25 Prozent. Damit würde der Markt deutlich langsamer wachsen als Europa insgesamt mit 50 Prozent. Frankreich soll Deutschland als größtes europäisches Geschäftsreiseziel ablösen. Urlaubsreisen aus dem Ausland in europäische Länder dürften um 39 Prozent zunehmen.
Die Ausgaben ausländischer Gäste sollen in Deutschland um 75 Prozent steigen. Für die Gastronomie prognostiziert die Analyse ein Plus von 78 Prozent, für Freizeit, Kultur und Sport von 79 Prozent. Der Bericht sieht deshalb Chancen für Hotels, über das Zimmergeschäft hinaus zusätzliche Erlöse zu erzielen.
Dazu könnten gastronomische Angebote, Kooperationen vor Ort und die Vermittlung lokaler Erlebnisse beitragen. Zugleich sieht Accor Modernisierungsbedarf in etablierten Märkten wie Deutschland. Baukosten, schwierige Finanzierung und veränderte Gästeerwartungen erhöhten den Druck auf Eigentümer. Umbauten und Neupositionierungen gewännen an Bedeutung.
Economy-Marken können profitieren
Besondere Chancen schreibt der Konzern der Economy-Hotellerie zu. Reisende aus neuen Herkunftsmärkten wie China, Indien, Südkorea und dem Nahen Osten suchten bezahlbare, verlässliche und gut gelegene Unterkünfte. Bekannte Marken könnten ihnen in unbekannten Städten und Buchungsumgebungen Orientierung bieten.
