Ärger um Fischer Air spitzt sich zu
Der geplante Start von Fischer Air ab Kassel verzögert sich weiter. Flüge wurden mehrfach gestrichen oder verschoben, gebuchte Tickets bislang nicht erstattet. Die Verbraucherzentrale Hessen prüft rechtliche Schritte wegen möglicher irreführender Werbung. Auch der Kassel Airport gerät in die Kritik, weil er die Verbindungen weiter bewirbt.
Fischer Air
Fischer Air hebt weiter nicht ab und erstattet Kunden offenbar ihr Geld nicht
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Mit Fischer Air sollte es vom Kassel Airport aus in den Süden gehen, unter anderem nach Gran Canaria und Kreta. Doch die Airline strich geplante Flüge wiederholt. Passagiere, die ihre Tickets bereits bezahlt hatten, warten bis heute auf ihr Geld. Das berichtete zuerst die Hessenschau. Einer von ihnen erzählte dem Hessischen Rundfunk (HR), er habe nach der Stornierung zunächst widersprüchliche Informationen erhalten und schließlich gar keine Antworten mehr.
Die Kommunikation mit der Airline beschreiben Betroffene als faktisch nicht existent. E-Mails würden ausschließlich automatisiert beantwortet, ein persönlicher Kontakt sei nicht möglich. Die Sorge, auf den Kosten sitzen zu bleiben, wächst.
Airport sieht keine Verantwortung
Der Kassel Airport weist laut HR eine Mitverantwortung zurück. Geschäftsführer Lars Ernst habe betont, der Flughafen sei weder Vertragspartner der Passagiere noch gebe er Empfehlungen zu Buchungen oder Zahlungswegen. Man informiere lediglich über angebotene Verbindungen und bewerbe alle Ziele, die von Airlines oder Reiseveranstaltern angekündigt würden.
Die Verbraucherzentrale Hessen hat sich inzwischen eingeschaltet. Sie sieht den Flughafen zwar nicht in der Pflicht, was Erstattungen betrifft, kritisiert aber die Art der Bewerbung. Diese könne bei Verbrauchern den Eindruck erwecken, dass die Flüge tatsächlich stattfinden. Die Buchungsseite von Fischer Air bezeichnet die Verbraucherzentrale als unseriös, unter anderem wegen fehlender Kontaktmöglichkeiten. Geprüft wird nun, ob das Vorgehen der Airline als irreführende Werbung einzustufen ist. In diesem Fall könnten rechtliche Schritte folgen.
Sorge in Reisebüros wächst
Auch Reisebüros in Nordhessen blicken nach Einschätzung des HR mit Sorge auf die Entwicklung. Sie berichten von Vertrauensverlust bei Kunden, wenn beworbene Reisen kurzfristig ausfallen. Einige fürchten Imageschäden für den Kassel Airport insgesamt, sollte Fischer Air auch die zuletzt angekündigten Starts nicht einhalten. Wann die Airline tatsächlich abheben wird, bleibt unklar. Auf der Website sind die Flüge weiterhin buchbar, ein verlässlicher Starttermin fehlt.
Christian Schmicke
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