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3. November 2016 | 15:36 Uhr
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Air France plant neue Langstrecken-Airline

Die Fluggesellschaft, für die bislang noch kein Name bekannt ist, soll gegen die Airlines aus den Golfstaaten positioniert werden und laut Air-France-KLM-Chef Jean-Marc Janaillac auf Strecken mit hartem Wettbewerb verlorenes Terrain zurückerobern. Dabei hat Janaillac sowohl Routen im Auge, die derzeit keine Gewinne abwerfen, als auch solche, die aus diesem Grund bereits aufgegeben wurden. Bei dem neuen Carrier werde es sich nicht um eine Low-Cost-Fluglinie handeln, betont Janaillac, sondern um eine mit "vergleichbaren Standards wie Air France". Bis 2020 will die Fluggesellschaft mit zehn Maschinen sowohl Urlaubs- als auch Geschäftsreisedestinationen bedienen. Rund ein Drittel der Verbindungen soll gegenüber dem aktuellen Air-France-KLM-Fernstreckennetz neu hinzukommen. Die übrigen werden bestehende Air-France-KLM-Routen ersetzen.

Neue Gesellschaft, neue Verträge, geringere Kosten.

Wie die Konzentration auf wettbewerbsintensive Routen bereits nahe legt, besteht die Hauptintention, die Janaillac mit der Neugründung verbindet, in einer Senkung der Kosten. So heißt es denn auch, die neue Airline wolle mit Air-France-Piloten arbeiten die "auf freiwilliger Basis" neue Verträge erhalten, deren Konditionen "der wettbewerbsorientierten Positionierung angepasst" seien. Auch für die Kabinencrews soll ein "eigener Karriereweg" entwickelt werden, der sich von den Konditionen der Air-France-KLM-Mitarbeiter deutlich unterscheiden dürfte.

Ohne Sprengstoff ist diese Strategie nicht. Denn in der Vergangenheit hatten Bestrebungen, die Konzernstrukturen zu straffen und in starkem Maße Aktivitäten zu den Billigtöchtern Hop und Transavia zu verlagern, bereits für wiederholte, abwechselnde Streiks von Piloten und Flugbegleitern gesorgt – bei einer Gelegenheit Ende 2015 war es sogar zu Handgreiflichkeiten gekomen. Anfang September hatte Janaillac als damals frisch gekürter neuer Airline-Chef daher versöhnlichere Töne angeschlagen und versprach, die Arbeitnehmervertreter besser in den künftigen Kurs einzubinden.

Die Marken Air France und KLM sollen sich künftig auf Aktivitäten von den Hubs in Paris und Amsterdam aus konzentrieren. Für Punkt-zu-Punkt-Verbindungen in den heimischen Märkten ist vornehmlich die Billigtochter Transavia zuständig. Weitere Dienste auf der Nah- und Mittelstrecke übernimmt der Air-France-Ableger Hop.

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