Airbnb wächst 2025 und drängt ins Hotelgeschäft
Airbnb hat 2025 den Umsatz um zehn Prozent auf 10,3 Milliarden Euro gesteigert. Zugleich treibt das Unternehmen den Einstieg ins Hotelgeschäft voran. Hotels machen bislang nur einen einstelligen Anteil der gebuchten Nächte aus, wachsen aber deutlich schneller als das Kerngeschäft.
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Airbnb, hier die Firmenzentrale in San Francisco, will im Hotelgeschäft expandieren
Airbnb will das Hotelangebot 2026 deutlich ausbauen. Finanzchefin Ellie Mertz sagte, Hotels hätten im vierten Quartal nur einen einstelligen Anteil an den gebuchten Nächten ausgemacht. Zugleich wüchsen Hotelübernachtungen "nahezu doppelt so schnell wie der Plattformdurchschnitt", zitiert das Portal Phocuswire die Aussage von Mertz in einer Analystenkonferenz.
Es werde Zeit brauchen, bis das Segment einen spürbaren Beitrag zum Wachstum leiste. Doch das derzeitige Momentum sei sehr stark, so Mertz. Das Unternehmen wolle das Hotelangebot im Laufe des Jahres erweitern und 2026 mit einem deutlich höheren Hotelanteil am Gesamtgeschäft abschließen.
Im vierten Quartal startete Airbnb Pilotprojekte mit Boutique- und unabhängigen Hotels in New York, Los Angeles, San Francisco und Madrid – Städte mit strikten Regeln für Kurzzeitvermietungen. Im Aktionärsbrief spricht Airbnb von "vielversprechenden Ergebnissen" und kündigt eine Ausweitung auf weitere Kernmärkte an. Hotels sollen die Nachfrage steigern, bestehende Nachfrage besser konvertieren und das Stammkundengeschäft stärken.
Umsatz wächst zweistellig
Finanziell schloss Airbnb 2025 mit Wachstum ab, allerdings legte der Nettogewinn nicht zu. Der Umsatz stieg um zehn Prozent auf 10,3 Milliarden Euro. Der Nettogewinn lag bei 2,1 Milliarden Euro nach 2,2 Milliarden im Vorjahr. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) erreichte 3,6 Milliarden Euro nach 3,4 Milliarden im Jahr 2024. Für 2026 erwartet Airbnb ein Umsatzwachstum im niedrigen zweistelligen Prozentbereich.
Im vierten Quartal erhöhte sich der Umsatz um zwölf Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Die Zahl der gebuchten Nächte stieg um zehn Prozent auf 121,9 Millionen. Das Bruttobuchungsvolumen wuchs um 16 Prozent auf 17,2 Milliarden Euro.
Der Quartalsgewinn sank auf 287 Millionen Euro nach 388 Millionen im Vorjahreszeitraum. Airbnb führt das auf geplante Investitionen in neue Wachstumsfelder und regulatorische Initiativen sowie höhere Steuerzahlungen zurück. Die Marketingausgaben stiegen im Schlussquartal von 461 auf 585 Millionen Dollar.
KI als strategischer Hebel
Neben Hotels setzt Airbnb auf künstliche Intelligenz. Firmenchef Brian Chesky sprach davon, das KI die App Nutzer kennen und Reisen umfassend begleiten solle. Erste Funktionen wie eine KI-gestützte Suche würden schrittweise getestet. Nutzer könnten ihre Wünsche in natürlicher Sprache formulieren und Fragen zu Unterkünften und Lage stellen.
Ein neuer Technologiechef mit KI-Erfahrung soll die Entwicklung vorantreiben. Ziel ist es, Suche, Planung und Kundenservice stärker zu automatisieren und zu personalisieren.
Christian Schmicke
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