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21. Juni 2018 | 14:04 Uhr
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Airline-Lobbyverband macht gegen Lotsenstreiks mobil

Der Airlineverband „Airlines 4 Europe“ (A4E) schlägt Alarm. Es gebe eine dramatische Zunahme an Streiks bei den im Verband organisierten europäischen Fluggesellschaften. Demnach erhöhte sich allein in Frankreich die Zahl der Streiks um das Vierfache. Insgesamt mussten bislang 5000 Flüge aufgrund von Streiks abgesagt werden. Davon direkt betroffen waren etwa 784.000 Passagiere.

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Zwei Dritttel  aller Streiks in Frankreich

Der europäischen Flugsicherung Eurocontrol zufolge hingen rund 30 Prozent der Verspätungen im Mai mit den Streiks der Fluglotsen zusammen. A4E folgert daraus, dass die europäische Wirtschaft Schaden nehme, da durch die Flugausfälle und Verspätungen neben der Unannehmlichkeiten für Fluggäste auch die Transportketten im Handel und des produzierenden Gewerbes unterbrochen werden. Eine Untersuchung von Price Waterhouse Cooper (PwC) zeige, dass sich die durch Streiks verursachten Kosten für die Wirtschaft innerhalb der EU zwischen 2010 und 2017 auf etwa 13,4 Milliarden Euro beliefen. Die Europäische Kommission zählte in der EU 357 Streiks seit 2005, davon seien 254 Frankreich zuzuordnen.

Eurocontrol erwartet aufgrund weiterer angekündigter oder angedrohter Streiks sowie wegen Kapazitätsengpässen einen Anstieg der Verspätungen für das Gesamtjahr 2018 um 53 Prozent (14,3 Millionen Minuten Verspätung im Jahr 2018 gegenüber 9,3 Millionen im letzten Jahr).

Britisch-irische Allianz

Der Chef der französisch-britischen IAG-Gruppe – ein Zusammenschluss von British Airways, Iberia, Aer Lingus, Vueling und Level –, Willie Walsh, will nun gemeinsam mit Ryanair-Boss Michael O‘Leary eine offizielle Beschwerde bei der EU-Kommssion einreichen. "Die Streiks zerstören den europäischen Luftverkehr und haben enorme Auswirkungen auf die Verbraucher. Es ist eine wirklich frustrierende Ursache für Störungen, die alle Fluggesellschaften betreffen, aber insbesondere den Tourismus und die Wirtschaft Spaniens erheblich beeinträchtigt", behauptet Walsh. Er und O’Leary beklagen außerdem den generellen Mangel an qualifizierten Fluglotsen in Europa.

Der Ryanair-Chef sieht insbesondere Großbritannien und Deutschland in der Pflicht. "Gerade an Wochenende verschanzen sich die Lotsenverbände dort hinter vorgeschobenen Ausreden, die die Probleme aufs Wetter oder auf ‚Kapazitätsengpässe‘ schieben, obwohl sie in Wahrheit die Dienstplanung für genug Personal nicht auf die Reihe kriegen". Deshalb müsse "dringend gehandelt werden", so O’Leary,  "wenn in der anstehenden Hauptreisezeit nicht abermals Tausende von Flügen gestrichen und Millionen von Passagieren stranden sollen".

AF

 

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