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15. Juni 2018 | 11:51 Uhr
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Mailen

Airlines schlagen wegen Verspätungen und

Kurz vor Beginn der Urlaubs-Hochsaison mehren sich die Warnungen vor einem Chaos-Sommer. So forderte Condor-Chef Ralf Teckentrup gegenüber der "Rheinischen Post", die Fluglotsenstreiks im europäischen Ausland, insbesondere Frankreich, müssten endlich aufhören. Auch Eurowings-Chef Thorsten Dirks machte die Streiks neben zahlreichen Unwettern für einen Teil der zahlreichen Verspätungen und Flugausfälle seiner Airline verantwortlich. Auch Willie Walsh, Chef der British-Airways- und Iberia-Mutter IAG, mahnt: "Die Streiks bei der Flugverkehrskontrolle und deren „andauernder, chaotischer Zustand zerstören den Verkehr in ganz Europa.“

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117.000 Verspätungen im Mai. Nun hat Billigflieger Ryanair Zahlen vorgelegt, die deutlich machen sollen, dass die häufigen Unregelmäßigkeiten auf eine "alarmierende Verschlechterung bei den Services der europäischen Flugverkehrskontrolle in den Monaten Mai und Juni" zurückzuführen sind. Daher müsse dringend die Politik einschreiten, um "einen vollständigen Dienstleistungskollaps bei der Flugverkehrskontrolle diesen Sommer zu verhindern", fordert Airline-Chef Michael O‘Leary. Allein im Mai sei es zu mehr als 117.000 Flugverspätungen gekommen, von denen 61 Prozent, also rund 71.000, auf das Konto von Personalmangel und Streiks bei der Flugverkehrskontrolle gingen, heißt es von Ryanair. Mehr als 56.000 Flüge hätten sich um mehr als 15 Minuten verspätet, was einer Vervierfachung dem Mai 2017 entspreche. Der Anteil der wetterbedingten Verspätungen habe bei 39 Prozent gelegen – auch hier sei es gegenüber dem Vorjahr zu einer Vervierfachung gekommen. Seltsamerweise hätten sich nahezu 60 Prozent dieser wetterbedingten Verspätungen an Freitagen und Samstagen, ereignet, heißt es von Ryanair. Die Fluggesellschaft beschuldigt deshalb die die Fluglotsen, sie hätten ungünstiges Wetter als "Vorwand genutzt, um ihren Personalmangel zu verhüllen".

Flugausfälle haben sich vervielfacht. Die von der EU anvisierte Verspätungszeit liege für 2018 bei durchschnittlich 0,5 Minuten pro Flug, unterstreicht O‘Leary. Die aktuelle Prognose für 2018 nähere sich jedoch 1,5 Minuten pro Flug, was nahezu einer Verdreifachung des EU-Ziels entspreche. Ryanair habe im Mai mehr als 1.000 Flüge gestrichen, 24 Mal so viele wie im Mai 2017 – laut O’Leary  fast alle aufgrund von Personalmangel und Streiks bei der Flugverkehrskontrolle. Bei EasyJet kam es demnach zu 974 Streichungen, nach 117 im vergangenen Mai. Die Regierungen in Großbritannien und Deutschland sowie die EU-Kommission müssten "jetzt umgehend handeln, da ansonsten Tausende weitere Flüge und Millionen von Fluggästen beeinträchtigt werden – vor allem in den Spitzenmonaten Juli und August", so der Ryanair-Chef.

 

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