Tägliche News für die Travel Industry

9. Dezember 2019 | 07:00 Uhr
Teilen
Mailen

Allianz-Studie sieht rosige Hightech-Zukunft des Reisens

Umweltfreundliche Kreuzfahrtschiffe, superschnelle Züge, automatisierte Hotels, Urlaubskleidung aus dem 3D-Drucker und der Weltraum als normales Reiseziel – Zukunftsforscher Ray Hammond zeichnet im Auftrag von Allianz Partners ein optimistisches Bild vom Reisen im Jahr 2040.

Geschäftsreisende Foto iStock shansekala

Technik macht das Reisen leichter und umweltfreundlicher, so eine Studie von Allianz Partners

"Der Reiseverkehr, wie wir ihn heute kennen, wird sich in den kommenden 20 Jahren drastisch verändern", sagt Hammond. Die Zahl der Flugreisenden werde sich bis dahin verdoppeln, wodurch die Tourismusbranche unter Druck gerate, ihren Kunden schnellere und effizientere Reiseerlebnisse zu bieten. Software-Assistenten dürften bis 2040 so fortgeschritten sein, dass sie den Reisenden bei der Online-Buchung ihrer Reisen behilflich sein könnten. Außerdem seien sie fähig, komplexe Reisen mit mehreren Zielen zu koordinieren und dabei die Wünsche der Reisenden zu berücksichtigen. Reisemotive seien in stärkerem Maße Entspannung, Traumerfüllung und das Erlernen neuer Fertigkeiten, so der Zukunftsforscher.

Virtual und Augmented Reality

Virtual Reality erlaubt es künftig bei der Reiseplanung, vom eigenen Sofa aus Hotelzimmer virtuell zu "betreten", Eindrücke von Straßenfesten zu besuchen, Museen zu erkunden und Restaurants von innen anzusehen. Dieser Trend werde „echte“ Reiseerlebnisse eher begünstigen, statt sie zu ersetzen, vermutet Raymond.

Schnelle Check-ins dank neuer Technologien

Gesichtserkennung wird bereits an Flughäfen getestet. In 20 Jahren dürften diese Systeme in der Lage sein, Gesichtsmuster zuverlässig zu erkennen und so reibungslose Check-ins zu ermöglichen.

Software-Hotel-Assistenten

Zwar werden Luxushotels auch in Zukunft ihre Gäste persönlich begrüßen, aber viele Business- und Budget-Hotels werden auf automatisierte Check-ins und elektronische, softwaregesteuerte Assistenten zurückgreifen, prognostiziert der Zukunftsforscher. Einige Hotels würden dann auch Gepäck durch Roboter auf die Zimmer bringen lassen.

Superschnelle Züge

Internationale Zugreisen könnten künftig in vielen Teilen der Welt reibungsloser ablaufen, ist Raymond zuversichtlich. Computernetzwerke und das "Internet der Dinge" werden demnach nationale und internationale Schienennetze kontrollieren und so ermöglichen, dass Züge schneller und in kürzeren Abständen fahren können.

Kleidung aus dem 3D-Drucker am Urlaubsort

In 20 Jahren werde es möglich sein, dem Hotel am Zielort vor der Ankunft die eigene Kleidergröße mitzuteilen, um dann große und sperrige Gepäckstücke vor Ort ausdrucken zu lassen vermutet der Zukunftsforscher. Dadurch werde auch das Gepäck, das Reisende mitnehmen müssen, deutlich reduziert. Die geringen Kosten für 3D-gedruckte Kleidungsstücke ermöglichten es, sie bei der Abreise zurückzulassen und vor Ort zu recyceln.

Nachhaltige Kreuzfahrten

Kreuzfahrtschiffe werden deutlich umweltfreundlicher sein als die heutigen Ozeanriesen, so die Studie. Die Schiffe werden durch Flüssig-Erdgas betrieben. Dadurch würden Schiffsreisen zu einer der grünsten Reisearten, glauben die Forscher. Die Zahl der Kreuzfahrtziele werde weiter wachsen, wovon besonders Asien wird profitieren werde.

Der Weltraum als normales Urlaubsziel

Im Jahr 2040 wird die Erde einigen Reisenden keine spannenden Reiseziele mehr bieten können, meint Raymond. Es sei davon auszugehen, dass es bis dahin einen regelmäßigen Reiseverkehr vom und zum Mond geben werde, da die Touristen gerne die Erde aus dem Weltall sehen wollten.

Insgesamt sind die Prognosen von Zukunftsforscher Raymond sehr auf eine schöne neue Reisewelt ausgelegt. Seine Aussagen suggerieren, dass sämtliche Probleme, mit denen der Tourismus heute konfrontiert ist, durch technische Neuerungen gelöst werden können. Ob dieser Optimismus angesichts der Prognose, der internationale Flugverkehr werde sich binnen 20 Jahren weltweit verdoppeln, tatsächlich gerechtfertigt ist oder ob die schiere Masse der Reiswenden nicht vielmehr neue Probleme mit sich bringt, ist eine andere Frage.