Isom bezeichnet die Neuordnung der Führung als "ersten Schritt in einer Reihe von Maßnahmen". American Airlines müsse das Management stärken, die Zusammenarbeit verbessern und Entscheidungen schneller umsetzen. Er räumte in einer Mitteilung an die Belegschaft, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt, eine "deutliche Lücke" zwischen der aktuellen Leistung der Airline und dem gewünschten Niveau ein.
Die Veränderungen betreffen vor allem die Bereiche Vertrieb, Kundenservice und Flugbetrieb. Der frühere Spirit-Airlines-COO John Bendoraitis wechselt zu American und übernimmt die technische Sparte. Vertriebschef Nat Pieper verantwortet künftig zusätzlich Marketing und Marke.
Manager erhalten mehr Verantwortung
Kundendienstchefin Heather Garboden übernimmt zusätzlich Reservierungen und die Betreuung bei Betriebsstörungen. JC Gulbranson erhält neben seinen bisherigen Aufgaben die Verantwortung für Flughäfen und Planung. Beide rücken ebenso wie Caroline Clayton und Steve Neuman in das oberste Führungsteam auf. Kommunikationschef Ron DeFeo verlässt das Unternehmen. Clayton übernimmt die Kommunikation, Neuman die Regierungsbeziehungen.
Hinter dem Umbau steht wachsender wirtschaftlicher Druck. American Airlines rechnet für 2026 nur mit einem Ergebnis ungefähr auf Break-even-Niveau. Höhere Kerosinpreise haben die positiven Effekte steigender Einnahmen aufgezehrt. Die Konkurrenten Delta Air Lines und United Airlines erwarten dagegen deutliche Gewinne.
Gewerkschaften erhöhen den Druck
Die Ertragslücke zu den beiden Wettbewerbern bestand laut Reuters bereits vor dem jüngsten Anstieg der Treibstoffpreise. Diese verteuerten sich nach den amerikanisch-israelischen Angriffen auf Iran und dem folgenden Krieg weiter.
Auch aus der Belegschaft wächst die Kritik. Flugbegleiter hatten bereits zu Jahresbeginn einen Wechsel an der Unternehmensspitze gefordert. Die Pilotengewerkschaft zweifelt ebenfalls daran, dass das derzeitige Management die Ergebnislücke zu den Wettbewerbern schließen kann.
Nick Silva, Chef der Pilotengewerkschaft APA, verwies zuletzt darauf, dass steigende Treibstoffkosten Delta und United nicht von Innovationen und profitablen Geschäften abhielten. Die Gewerkschaft habe zudem ein Gespräch mit dem Aufsichtsorgan von American über die Zukunft des Unternehmens gesucht, sei damit aber abgewiesen worden. Anschließend habe sie mit Analysten, Investoren und anderen Beteiligten gesprochen. Silvas Fazit: "Etwas muss sich ändern."
