ASI Reisen setzt Klimaschutzstrategie neu auf
Der Aktivreisespezialist ASI Reisen richtet die Klimastrategie neu aus. Firmenchef Ambros Gasser (Foto) will die bisher für Kompensation vorgesehenen Mittel künftig in den europäischen Cleantech-Fonds Get Fund investieren. Der Fonds beteiligt sich an Start-ups mit Technologien zur Dekarbonisierung.
ASI Reisen/Anna Fichtner
Ambros Gasser setzt beim Klimaschutz auf eine neue Strategie
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HX Expeditions ist ein Vorreiter in Fragen nachhaltiger Seereisen. Als eine der ersten Reedereien hat sie auf Schweröl und Einwegplastik verzichtet. Was sie für achtsame Urlauber besonders interessant macht, sind die zahlreichen wissenschaftlichen Angebote. Hier erfahren Expedienten, was bildungsinteressierten, umweltbewussten Kunden geboten wird. Reise vor9
Der Veranstalter aus Innsbruck hatte bislang die Emissionen seiner Reisen inklusive Flügen berechnet, ausgewiesen und über zertifizierte Klimaschutzprojekte ausgeglichen. Unterstützt wurden unter anderem ein Wasserkraftprojekt in Indien und Wasserfilterprogramme an Schulen in Kenia. Die Kompensation war im Reisepreis enthalten.
Nun verlagert ASI den Schwerpunkt. "Wir haben früh begonnen, Verantwortung zu übernehmen und unsere Emissionen sichtbar zu machen", sagt CEO Gasser. Der nächste Schritt sei, Kapital dorthin zu lenken, wo echte Veränderung entstehe – "in Lösungen, die nicht nur kompensieren, sondern Systeme verbessern".
Fonds nach Kriterien geprüft
Der Entscheidung ging nach Unternehmensangaben eine Prüfung der bisherigen Klimainvestitionen voraus. Bewertet worden seien unter anderem Wirkung, Transparenz, Reporting-Standards, regulatorische Einordnung, Governance-Strukturen sowie Qualität von Teams und Portfolios. Rund zehn Fonds wurden demnach analysiert. Die Wahl sei auf den Get Fund gefallen, weil er die Anforderungen an Wirkung, Transparenz und Skalierbarkeit nach Einschätzung von ASI am besten erfülle, so Gasser.
Der Get Fund investiert in Start-ups, die Technologien und Geschäftsmodelle für die sogenannte Net-Zero-Transformation entwickeln. Dazu zählen emissionsarme und emissionsfreie Mobilität, klimaresiliente Städte und Regionen, Gebäude- und Energieeffizienz sowie Energiespeicherung. Weitere Felder sind nachhaltige Materialien und Produktion sowie Wetter- und Klimaresilienz. Im Fokus stehen laut Gasser "hybride Hard- und Softwarelösungen mit skalierbaren Geschäftsmodellen".
CO2-Berechnung bleibt
Ungeachtet der strategischen Neuausrichtung will ASI Reisen die Emissionen jeder Reise weiter berechnen. Die CO2-Bilanz bleibe Bestandteil des Produkts, bekräftigt der ASA-Chef.
Zugleich kündigt der Veranstalter an, Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette weiter zu senken. Die Investition in den Fonds solle nicht die Reduktion im eigenen Geschäft ersetzen, sondern die Klimastrategie um einen neuen Finanzierungsansatz ergänzen.
Christian Schmicke
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