Im dritten Quartal vermittelte Booking Holdings 345 Millionen Übernachtungen, sieben Prozent mehr als vor einem Jahr. Der Wert der Buchungen stieg um zehn Prozent auf 54,5 Milliarden Dollar. Auch der bereinigte Gewinn je Aktie legte zu: Mit 4,66 Dollar übertraf er die Analystenerwartungen von rund 4,50 Dollar. Das Reisegeschäft wuchs also. Trotzdem legt der Quartalsbericht einige Probleme offen.
So sank der ausgewiesene Umsatz um ein Prozent auf 8,89 Milliarden Dollar. Wegen des Verfahrens der US-Handelsaufsicht FTC hat Booking seinen Umsatz um 900 Millionen Dollar gemindert und weitere 100 Millionen Dollar als Verlust zurückgestellt. Die Belastung ist bereits im Quartalsabschluss erfasst; sie bedeutet jedoch nicht, dass eine Milliarde Dollar Strafe verhängt oder bereits gezahlt wurde.
Hintergrund ist die Untersuchung der US-Handelsaufsicht, die sich mit der Geschäftsbeziehung zwischen der Booking-Tochter Priceline zur externen Buchungsseite Guest Reservations beschäftigt: Es geht um mutmaßlich irreführende Hotelwerbung und zweifelhafte Gebühren.
Der Ausblick auf das letzte Quartal ist eingetrübt
Sorgen macht auch der Ausblick. Für das vierte Quartal rechnet Booking nur mit ein bis drei Prozent mehr Übernachtungen und einem nahezu unveränderten bereinigten operativen Ergebnis. Der Konzern verweist auf schwächere internationale Reisen sowie Störungen und höhere Flugpreise im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt.
In Europa kommen davon getrennte Konflikte hinzu. Die EU-Kommission prüft seit Oktober, ob Booking.com ausreichend gegen betrügerische Angebote und Phishing vorgeht und bezahlte Platzierungen klar kennzeichnet. Zugleich fordern nach Angaben der klagenden Hotelallianz 18.135 europäische Hotels in Amsterdam Schadensersatz wegen früherer Bestpreisklauseln. Sie hätten Hotels daran gehindert, Zimmer über andere Kanäle günstiger anzubieten. Über die Ansprüche ist noch nicht entschieden.
Ein weiterer Rückschlag folgte im September: Das Gericht der EU bestätigte das Verbot der geplanten Übernahme des Flugbuchungsanbieters Etraveli durch Booking. Die EU-Kommission hatte den Zukauf bereits 2023 untersagt, weil er Bookings Stellung bei Hotelbuchungen weiter stärken könnte.
An der Börse zeigt sich die Skepsis schon länger. Die Booking-Aktie schloss am 3. November bei 155,67 Dollar und lag damit rund 23 Prozent unter ihrem Stand vor zwölf Monaten.
Pascal Brückmann
