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8. März 2026 | 21:18 Uhr
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Branche ringt mit Folgen des Iran-Kriegs

Der Iran-Krieg belastet die Touristik weit über die Golfregion hinaus. Reiseveranstalter holen gestrandete Urlauber mit Sonderflügen zurück und sagen Reisen in betroffene Ziele ab. TUI-Chef Sebastian Ebel kritisiert zudem die politische Kommunikation mit dem Auswärtigen Amt.

Krieg Raketen

Reiseveranstalter und Bundesregierung bemühen sich weiter um die Rückkehr deutscher Reisender

In der Nacht zum Sonntag kamen laut TUI rund 550 Pauschalreisegäste mit drei Sonderflügen in Frankfurt und Hannover an. Darunter seien rund 300 Reisende von den Malediven sowie etwa 250 Gäste aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, heißt es.

Die Lage bleibt unterdessen angespannt. So hatte Emirates den Flugbetrieb in Dubai am Samstagmorgen aufgrund neuer Drohnenangriffe des Iran ausgesetzt. Kurze Zeit später nahm die Airline den Betrieb wieder auf.

Wie viele Reisende aus Deutschland sich noch in der Golfregion befinden oder wegen des Krieges nicht aus ihren Übersee-Destinationen nach Deutschland zurückreisen können, ist derzeit unklar. Es gebe angesichts der dynamischen Lage dazu keine belastbaren Zahlen, teilt der Deutsche Reiseverband (DRV) auf Anfrage von Reise vor9 am Sonntag mit.

TUI fordert bessere Abstimmung

TUI-CEO Ebel äußerte sich derweil gegenüber dem ZDF derweil kritisch zur politischen Kommunikation mit dem Auswärtigen Amt. Auf operativer Ebene funktioniere die Zusammenarbeit der Krisenstäbe gut. "Auf politischer Ebene würde ich es begrüßen, wenn in Zukunft mehr miteinander statt übereinander gesprochen wir", sagte er.

Die Bemerkung dürfte nicht zuletzt auf Aussagen von Bundesaußenminister Johannes Wadephul (CDU) gemünzt sein, der zunächst erklärt hatte, man habe im Vorfeld vor Reisen in die Region gewarnt, dies aber Anfang vergangener Woche entschuldigend zurücknahm.

Vorwürfe, TUI habe vor den Angriffen gegen eine Reisewarnung lobbyiert, wies Ebel gegenüber dem ZDF zurück. Man habe weder auf Zeitpunkt noch Inhalt möglicher Warnungen Einfluss genommen. Die Reisewarnung sei vielmehr ein wichtiges Instrument.

Volatile Lage und viele offene Fragen

Offiziell bemüht sich die Branche um Ruhe. Der DRV verweist auf eine insgesamt stabile Nachfrage und bereits gut gebuchte Sommersaison. Gleichzeitig bleibt offen, wie lange die Situation anhält und welche Folgen sie für Reiseziele im östlichen Mittelmeer und in der Golfregion haben wird. Bei einem baldigen Ende des Iran-Krieges gehe die deutsche Reisebranche von einer zügigen Rückkehr der Touristen in die Golfregion aus, sagte DRV-Präsident Albin Loidl der Welt am Sonntag. "Die Erfahrung aus früheren Krisen zeigt: Tourismus ist eine sehr resiliente Branche – sobald Stabilität zurückkehrt, kehrt auch die Reiselust der Menschen zurück". Der Tourismus finde nach Krisen "immer wieder seinen Weg".

Marija Linnhoff, Vorsitzende des Reisebüroverbandes VUSR, erklärte unterdessen, die allgemeine Angst führe bereits dazu, dass Kunden mit Entscheidungen abwarteten. Schon jetzt fragten Reisende, ob Flüge in die Türkei angesichts der Kriegshandlungen noch vertretbar seien. Die Verbandschefin kritisierte zudem, der DRV sei angesichts der aktuellen Krise nicht ausreichend sichtbar.

Christian Schmicke

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