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16. Januar 2026 | 13:54 Uhr
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Campermarkt wächst, Urlaubsziele ändern sich

Camperreisen bleiben gefragt, doch die Nachfrage verlagert sich spürbar. Das zeigt der neue Trend Index der Online-Vermietungsplattform Camperdays, der auf der Reisemesse CMT Stuttgart vorgestellt wurde. Während der Markt insgesamt weiter wächst, verlieren die USA an Bedeutung. Gewinner sind unter anderem Kanada, Neuseeland, Australien und Namibia.

Camperdays Namibia

Namibia profitiert von den Entwicklungen im Campergeschäft

Der Campermarkt entwickelt sich laut der Trendanalyse weiter robust. Zwischen 2022 und 2025 verzeichnete Camperdays nach eigenen Angaben ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von 21 Prozent. 2025 habe das Buchungsvolumen bei 197 Prozent des Niveaus von 2019 gelegen. Damit bestätige sich eine nachhaltige Entwicklung über den pandemiebedingten Nachholeffekt hinaus, glaubt das Unternehmen.

USA verlieren, andere Fernziele gewinnen

Besonders auffällig sei der Rückgang in den USA. Von 2024 auf 2025 sei die Buchungsnachfrage dort um 19,3 Prozent gesunken. Camperdays führt das vor allem auf politische Rahmenbedingungen und Sicherheitsaspekte zurück. Innerhalb Nordamerikas verschiebe sich die Nachfrage stattdessen nach Kanada.

Zu den klaren Gewinnern zählten weiterhin Neuseeland, Australien und Namibia. Auch neue Trenddestinationen rückten stärker in den Fokus. Länder wie Japan, Costa Rica und Island verzeichneten dynamische Zuwächse, getragen von neuen Routen, Naturerlebnissen und verlässlichen Rahmenbedingungen.

Preisbewusstsein steigt, Reiselust bleibt

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten bleibe die Nachfrage nach Camperreisen hoch, heißt es von Camperdays. Gleichzeitig wachse das Preisbewusstsein. In vielen Kernmärkten sinken demnach die durchschnittlichen Mietpreise pro Nacht, während die Gesamtbudgets stabil blieben. Reisende verglichen intensiver und passten Reisezeitraum oder Zielgebiet an, ohne auf das Reisen zu verzichten.

Das spiegele sich auch im Buchungsverhalten wider. Fernreisen würden häufiger neun bis zwölf Monate im Voraus geplant. Die Reisedauer bleibe dagegen weitgehend konstant.

Neue Zielgruppen

Der Trend Index zeigt zudem Verschiebungen bei Zielgruppen und Fahrzeugwahl. Best Ager bleiben laut Camperdays eine wichtige Zielgruppe mit hoher zeitlicher Flexibilität. Gleichzeitig etablierten sich die 18- bis 24-Jährigen stärker als Langzeitreisende. Der Anteil Solo-Reisender nehme zu, bleibe insgesamt jedoch ein Nischenmarkt. Auffällig sei der hohe Anteil weiblicher Alleinreisender, der 2025 bei 40 Prozent gelegen habe.

Bei den Fahrzeugen rückten kleinere und effizientere Modelle in den Vordergrund, so der Vermittler. Die Auswahl orientiere sich stärker an den Anforderungen des Zielgebiets als an Komfort oder Lifestyle. Beispiele seien 4×4-Fahrzeuge in Namibia oder autarke Modelle in Neuseeland.

Markt sortiert sich neu

Für 2026 erwartet Camperdays keinen Einbruch, sondern eine weitere Differenzierung. Politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Faktoren beeinflussten Reiseentscheidungen nachhaltiger als kurzfristige Ereignisse, so die Überzeugung. Extreme Wetterlagen führten zwar zu temporären Buchungsdellen, veränderten die langfristige Destinationswahl jedoch kaum.

Der Campermarkt stabilisiere sich damit auf hohem Niveau. Anbieter und Destinationen, die Verlässlichkeit, Transparenz und einen klaren Mehrwert bieten, profitierten in einem Umfeld, in dem bewusste Entscheidungen wichtiger würden als spontane Impulse.

Christian Schmicke

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