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23. August 2021 | 07:00 Uhr
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Camping und Caravaning weiter auf dem Vormarsch

Das von der Touristik lange weitgehend ignorierte Segment eilt von Erfolg zu Erfolg. Laut einer neuen Studie sollen 20 Millionen Bundesbürger Interesse am Urlaub im Wohnmobil oder Caravan haben. Corona unterstützt den Wachstumstrend, die Campingplätze sind voll, die Nachfrage nach Fahrzeugen hoch.

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Urlaub im Camper wird immer populärer

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Es ist noch nicht lange her, dass das Thema Camping und Caravaning unter Reiseveranstaltern und Reisebüros nur dann auftauchte, wenn es um Campertouren in Nordamerika, Australien, Neuseeland oder im südlichen Afrika ging. Doch schon vor der Corona-Pandemie stieg die Nachfrage nach Urlaub im Wohnmobil oder neuen Formen des Campingurlaubs, gerne als Glamping bezeichnet, deutlich an. Grund genug für die Branche, sich auch it den Möglichkeiten dieses Segments zu beschäftigen.

Mittlerweile beschäftigen sich bereits fast 20 Millionen Menschen in Deutschland in irgendeiner Weise mit Caravaning – sei es als Besitzer, Mieter oder mit der Absicht zum Kauf oder zur Miete eines Reisemobils oder Wohnwagens in nächster Zeit, hat eine von der GSR Unternehmensberatung und Puls Marktforschung durchgeführte Untersuchung ermittelt. Die Marktforscher haben dafür nach eigenen Angaben im Juni 2021 10.697 Menschen in Deutschland bevölkerungsrepräsentativ befragt Die soziodemografischen Daten und Motive der Menschen bestätigten, dass sich eine immer jüngere, urbane und kaufkräftige Zielgruppe dem Caravaning zuwende, so die Autoren.

Zahl der Neuzulassungen steigt weiter

Bis zum Ende des laufenden Jahres erwarten die Verfasser der Studie rund 1,5 Millionen zugelassene Wohnwagen und Reisemobile. Auch die Zahl der Menschen, die in diesem Jahr einen Urlaub oder Ausflug mit dem Reisemobil oder Wohnwagen planen, steigt um 44 Prozent auf fast fünf Millionen. In einem Planungshorizont von zwei bis drei Jahren seien es sogar beständig über 13 Millionen Menschen, sagen die Marktforscher. Die Gründe seien dabei unterschiedlich: Einerseits spieIe weiterhin für ein Drittel die Corona-Pandemie eine Rolle, andererseits sähen immer mehr Menschen den Spaß und das Abenteuer mit Reisemobil und Wohnwagen (49%) als Anreiz. Der Klimawandel spiele dieser Freizeitgestaltung ebenfalls in die Karten, heißt es weiter: 19 Prozent wollten bewusst nicht mehr mit dem Flugzeug oder Schiff reisen (Vorjahr 22%) und unverändert 16 Prozent gäben ökologische Gründe an.

Mit der Nachfrage steige auch die Investitionsbereitschaft. Für die Anschaffung der Fahrzeuge werde ebenso mehr investiert wie für den Urlaub selbst. Im Durchschnitt seien im vergangenen Jahr für ein neues Reisemobil 54.464 Euro investiert worden, 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Für einen neuen Wohnwagen seien im Schnitt 25.276 bezahlt worden; was einem Plus von 17 Prozent entspreche. Die Urlaubskasse werde bei Besitzern und Mietern um bis zu 25 Prozent aufgestockt.

Trend zu Deutschland und den Nachbarländern

Fast 70 Prozent der Caravaning-Urlauber bevorzugen laut der Untersuchung Deutschland als Reiseziel. Bei Reisen ins Ausland liegen demnach Italien und Österreich vorne. Durchschnittlich verbrächten die Besitzer von Reisemobilen und Wohnwagen mittlerweile 53 Tage pro Jahr in ihren Fahrzeugen. Der deutlich steigenden Zahl an Fahrzeugen und Reisenden stehe indes ein nur geringes Mehr an Campingplätzen gegenüber. Laut Bundesverband der Campingwirtschaft gibt es in Deutschland gegenwärtig 3.061 Campingplätze mit rund 230.000 Stellflächen, das sind nur sechs Campingplätze mehr als im Vorjahr – die Schäden aus der jüngsten Flutkatastrophe nicht eingerechnet.

Das bleibt nicht ohne Folgen: "Da die attraktiven Plätze oft voll sind, weichen die Reisenden auf Alternativen aus. Hier steigt insbesondere das Interesse am Caravaning-Urlaub auf dem Bauernhof und beim Winzer", sagt Niklas Haupt, Partner bei Puls Marktforschung. Das Geschäft könne sich nur dann positiv weiterentwickeln, „wenn auch die Einrichtungen zur Verfügung stehen und die Erwartungen erfüllt werden“, so der Experte.

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