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13. Juni 2026 | 16:33 Uhr
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Center Parcs wächst im Krisenjahr gegen den Markttrend

Während viele touristische Anbieter unter der schwachen Konjunktur und geopolitischen Unsicherheiten leiden, profitiert Center Parcs von einer deutlichen Verschiebung im Reiseverhalten. Der Ferienparkanbieter erwartet für das laufende Jahr 2026 in Deutschland ein Umsatzplus von rund 15 Prozent und entwickelt sich damit deutlich besser als der Gesamtmarkt.

Center Parcs Allgäu Foto Center Parcs

Der Center Parc im Allgäu kommt im August auf eine Auslastung von rund 98 Prozent

Bereits 2025 verlief für Center Parcs erfolgreich. Nach dem Rekordjahr 2024 legte das Deutschland-Geschäft erneut um knapp sechs Prozent zu und erreichte einen Umsatz von rund 340 Millionen Euro. Aktuell profitiert das Unternehmen von mehreren Markttrends gleichzeitig. Viele Urlauber zeigen sich angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten zurückhaltender bei Fern- und Flugreisen. Gleichzeitig sorgen die jüngsten geopolitischen Spannungen im Nahen Osten für zusätzliche Verunsicherung bei klassischen Badeurlaubszielen wie Ägypten oder der Türkei.

"Der Kunde sagt sich derzeit: Ich möchte Urlaub machen, aber bestimmte Ziele sind mir zu teuer geworden oder erscheinen mir aktuell zu unsicher. Davon profitieren wir natürlich“, berichtet Ibo Degirmenci, Sales Director Deutschland. Besonders stark entwickelt sich in dieser Saison das Geschäft mit längeren Aufenthalten. Während Center Parcs traditionell stark im Kurzreise-Segment verankert ist, wächst aktuell die Nachfrage nach Wochenurlauben deutlich.

Sprunghafter Ansteige bei den Wochenbuchungen in 2026

Rund 40 Prozent aller Buchungen entfallen inzwischen auf Aufenthalte von sieben Tagen oder länger. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei lediglich zehn bis 15 Prozent. "Wir sehen, dass viele Gäste ihren Haupturlaub inzwischen bei uns verbringen. Das ist eine Entwicklung, die wir sehr bewusst gefördert haben“, erklärt Degirmenci.

Ein wichtiger Wachstumstreiber ist zudem das neue Nordborg Resort in Dänemark, das Anfang 2025 eröffnet wurde. Der Einstieg in den skandinavischen Markt verlief nach Unternehmensangaben überaus erfolgreich. Bereits wenige Monate nach dem Buchungsstart war der August komplett ausverkauft. Besonders stark sei die Nachfrage aus Deutschland und den Niederlanden. "Dänemark ist für uns ein echter Door Opener. Der Trend in Richtung Norden hält an und wir sehen dort weiteres Potenzial“, sagt Degirmenci. Weitere Projekte in Skandinavien seien daher der nächste strategisch richtige Schritt und bereits in Vorbereitung, heißt es..

Auch in Deutschland hält Center Parcs an seinen Expansionsplänen fest, auch wenn das geplante Center-Parcs-Resort auf der Halbinsel Pütnitz bei Ribnitz-Damgarten sich weiter verzögert. Nach Angaben von Degirmenci haben sich die Planungen aufgrund gestiegener Kosten und komplexer Genehmigungsprozesse zeitlich nach hinten verschoben; zuletzt war intern von einer möglichen Eröffnung erst um das Jahr 2029 die Rede. 

Neue Parks sollen künftig auch in Ostedeutschland entstehen

Daher arbeitet das Unternehmen parallel an weiteren Entwicklungsprojekten. Besonders interessant ist aus Sicht von Center Parcs ein möglicher neuer Standort in Ostdeutschland. Das Projekt befindet sich bereits in einem fortgeschrittenen Stadium und könnte nach erfolgreichem Vertragsabschluss deutlich schneller realisiert werden als der geplante Park bei Rostock. Details hält das Unternehmen derzeit noch unter Verschluss. Klar ist jedoch, dass die Lage in der Nähe der Grenzen zu Polen und Tschechien liegt und damit eine große zusätzliche Zielgruppe erschließen würde.

Gleichzeitig prüft Center Parcs die Einführung einer neuen Premiummarke neben dem bestehenden Center-Parcs-Konzept. Anders als die klassischen Ferienparks mit mehreren Hundert Ferienhäusern würden diese Resorts deutlich kleiner ausfallen und auf ein hochwertigeres Angebot setzen. Im Fokus stehen dabei sogenannte Konversionsprojekte, bei denen bestehende touristische Anlagen oder Immobilien übernommen und zu exklusiven Ferienresorts umgebaut werden. 

"Wir müssen und wollen weiter wachsen, können das aber nicht ausschließlich mit dem bisherigen Konzept. Denn die geeignete Flächen für unsere klassischen Großprojekte werden immer seltener. Deshalb schauen wir uns sehr genau an, wie wir mit kleineren Premiumresorts und einer möglichen neuen Marke zusätzliche Wachstumschancen erschließen können“, erklärt Degirmenci.

Pascal Brückmann

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