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5. September 2021 | 13:51 Uhr
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Chamäleon-Chef sieht Erholung in weiter Ferne

"Ich hätte mehr neue Buchungen erwartet", sagt Chamäleon-Chef Ingo Lies (Foto) im Interview. Das Interesse der Kunden sei kleiner als angenommen. Für Lies ist die Politik schuld daran, die die Menschen verunsichere. Im Gespräch mit Reise-vor9-Chefredakteur Thomas Hartung für das Luxus-E-Magazin CC VIP kündigt Lies mehr Privatreisen an. Ein Auszug:

Lies Ingo Chamäleon Inhabe Foto Chamäleon

Chamäleon-Chef Ingo Lies will künftig mehr Privatreisen durchführen

Wie ist Chamäleon bisher durch die Krise gekommen?

Sehr gut, dank unseres Teams und den staatlichen Hilfen. Wir haben von Anfang an versucht, möglichst viele Gäste umzubuchen. Wir sind davon ausgegangen, dass die Kunden ja das Land nach wie vor kennenlernen wollen, wegen Corona wird das halt später. Diese Strategie ging auf, wir haben 70 Prozent Umbuchungen geschafft. 

Finden derzeit überhaupt Reisen statt?

Seit Juli vergangenen Jahren konnten wir zehn Prozent der Reisen durchführen, hauptsächlich Europa, ein bisschen Tansania, Uganda und Costa Rica. Seit Juni geht es aufwärts. Jetzt sind wir bei 30 Prozent.

Haben Kunden Angst oder Bedenken, zu reisen?

Jedenfalls ist das Interesse der Kunden kleiner als man denken könnte. Ich hätte mehr neue Buchungen erwartet. Die Menschen sind sehr verunsichert, auch weil es von der Politik keinen klaren Kurs gibt. Die Reisebüros sind teilweise noch nicht voll aktiv, was uns natürlich auch schadet. Viele sind noch in Kurzarbeit. Ich hoffe, dass sich das im Herbst dreht. Im nächsten Jahr erwarte ich dann 60 bis 80 Prozent des Geschäfts von 2019.

Was macht Ihre Reisen besonders?

Ein wichtiger Punkt ist das Gruppenerlebnis. Es ist ein Grundbedürfnis der Menschen, ihre Erlebnisse mit anderen zu teilen. Alleinreisende schicken hunderte Whatsapp-Bilder an ihre Freunde zuhause, die damit aber eigentlich wenig anfangen können. Das macht vielmehr Sinn in der Gruppe, mit der man unterwegs ist. Als wir vor 25 Jahren angefangen haben, gab es aber nur alleine reisen oder in großen Gruppen. Unsere Idee war damals, das beste von beidem zu verbinden. Maximal zwölf Leute, meistens sind es nur zehn, in ganz unterschiedlichen Altersgruppen von 20 bis 70 Jahren sitzen um einen Tisch. Man könnte denken, das sei eine Katastrophe. Ist es aber nicht. Es funktioniert, weil alle ein gleiches Interesse haben.

Organisiert Chamäleon auch Privatreisen?

Bisher hatten wir das nur in Tansania, wir sind aber dabei, das für alle Reiseziele auszubauen. Das heißt, unsere ausgefeilten Reisen kann man auch nur zu zweit, mit Familie oder Freunden buchen. Es ist das gleiche Erlebnis wie in unseren gemischten Gruppen. Natürlich lassen sich unsere Touren um einen Aufenthalt verlängern, aber wir organisieren keine individuellen Reiserouten. Das können andere besser als wir.

Das komplette Interview lesen Sie in der neuesten Ausgabe des B2B-Luxusreisemagazins CC VIP.