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12. August 2021 | 16:49 Uhr
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Chamäleon unterstützt Partner mit Solidaritäts-Fonds

Eine Million Euro, überwiegend in Form zinsloser Kredite, stellt der Veranstalter von Firmenchef Ingo Lies (Foto) Partnern in seinen Zielgebieten zur Verfügung, um über die touristische Krise zu kommen. 750.000 Euro davon sind schon ausgezahlt.

Lies Ingo

Chamäleon stellt Partnern zinslose Kredite zur Verfügung

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Die Corona-Pandemie hält die Welt, zumal die touristische, länger im Würgegriff als es sich viele Menschen im vergangenen Jahr vorgestellt hätten. Auch Ingo Lies, Gründer des Fernreisespezialisten Chamäleon Reisen, räumt im Gespräch mit Reise vor9 ein, dass er die Dauer der Auswirkungen der Reisebeschränkungen auf sein Geschäft zunächst wohl unterschätzt habe. "Wir rechnen für dieses Jahr mit rund 20 Prozent des Vorkrisen-Volumens", sagt er.

Immerhin: Für Ziele im östlichen und südlichen Afrika ließen sich nun wieder Kunden gewinnen, da rund 90 Prozent seiner Klientel geimpft seien, sagt der Chamäleon-Chef. Dass etwa Südafrika und Namibia nicht mehr als Virusvariantengebiete ausgewiesen seien, helfe dabei sehr. Auch das Angebot an Europa-Reisen, das der Spezialist für Reisen in kleineren Gruppen seit dem Beginn der Pandemie schnell vorantrieb, habe rund 800 Kunden gefunden. Mit Hilfe der Überbrückungshilfen und von KfW-Krediten, mit deren Rückzahlung man bereits begonnen habe, sei das Unternehmen frei von existenziellen Nöten, so Lies.

Überlebenskampf in den Destinationen

Dennoch: Gerade mit Blick auf die Partner in Afrika, Asien oder Lateinamerika – von Incoming-Agenturen über soziale Projekte, Reiseleiter bis zu Unterkunftsbesitzern vor Ort – ist die Lage dramatisch. "Sie kämpfen weiterhin um ihre Existenz", weiß der Chamäleon-Chef. Chamäleon hat deshalb für seine Partner einen eine Million Euro schweren Solidaritäts-Fonds aufgelegt. Das Geld werde aus Firmenmitteln bereitgestellt, betont Lies. Überwiegend handele es sich um zinslose Kredite, bei denen man darauf hoffe, dass die Partner sie 2022 oder 2023 zurückzahlen könnten. Das Risiko, dass das in manchen Fällen nicht funktioniere, übernehme Chamäleon. Zudem seien auch nicht rückzahlbare, direkte Hilfen an Partner in Not geflossen.

Über 30 Partner hätten bisher die Mischung aus direkter finanzieller Unterstützung und kostenlosem Darlehen in Anspruch genommen, 750.000 Euro seien bereits geflossen, erklärt der Chamäleon-Gründer. Neben der solidarischen Komponente habe die Hilfe auch eine eigennützige Dimension, räumt er freimütig ein: "Wir haben ein großes Interesse daran, dass unsere besten Partner nicht aus Not in andere Branchen abwandern."

Christian Schmicke

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