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29. Januar 2021 | 13:04 Uhr
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Chinesische HNA Group ist insolvent

Da das Unternehmen seine Schulden nicht mehr bedienen kann, beantragten Gläubiger beim Gericht Insolvenz und eine Umstrukturierung des Unternehmens. Der Konzern hatte durch zahlreiche Beteiligungen an Airlines, Flughäfen und in der Hotellerie Schlagzeilen gemacht. Unter anderem ist eine Tochter Mehrheitsgesellschafter des Flughafens Hahn.

HNA Group

Mit diesem Motiv und dem Slogan "Träume teilen" wirbt die HNA Group auf ihrer Website

Man unterstütze den Prozess und arbeite daran, den Fortbestand des Unternehmens zu sichern, zitiert die "South China Morning Post“ aus einer Erklärung der HNA Group. Zur Gruppe gehören neben Hainan Airlines Beteiligungen an Air Chang’an, Beijing Capital Airlines, Fuzhou Airlines, Grand China Air, GX Airlines, Lucky Air, Suparna Airlines, Tianjin Airlines, Urumqi Air und West Air sowie das Wartungsunternehmen SR Technics. Die HNA Group ist außerdem die Muttergesellschaft der HNA Airport Group GmbH. Die wiederum hält 82,5 Prozent Anteile an der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH, die den Flughafen Frankfurt-Hahn betreibt. Wie es mit dem ohnehin defizitären Flughafen nun weitergeht, ist ungewisser den je. 

Der Mischkonzern zählte laut der "Neuen Zürcher Zeitung“ zwischenzeitlich mit mehr als 400.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund 100 Milliarden Dollar zu den größten Unternehmen in China. 2016 und 2017 startete der vom chinesischen Unternehmer Chen Feng gegründete Konzern eine weltweite Einkaufstour, um vorwiegend in der Tourismusbranche massiv zu wachsen. Später weitete Chen die Zukäufe auch auf andere Bereiche wie Banken aus. Unter anderem stieg das Unternehmen mit knapp zehn Prozent bei der Deutschen Bank und mit 25 Prozent bei der Hotelkette Hilton ein.

Im vergangenen Jahr hieß es, eine von der Regierung in Hainan geleitete Arbeitsgruppe, in der auch der Regulator der Luftfahrtbranche sowie die China Development Bank vertreten sind, sollten die Geschäfte der HNA Group in geordnete Bahnen lenken. Seit September darf Gründer Chen laut Gerichtsbeschluss keine Luxusgüter mehr kaufen. Zuletzt wurde er laut der „South China Morning Post“ außerdem aus dem Komitee der Kommunistischen Partei ausgeschlossen, das die Gruppe führt, und verlor damit die Kontrolle über das Unternehmen. Der Plan, den einstigen Kraken HNA ohne Insolvenz zu sanieren, ist nun offenbar gescheitert.

Christian Schmicke

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