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31. Oktober 2019 | 13:21 Uhr
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Cook-Pleite sorgt für Last-Minute-Buchungen im September

Die Insolvenz der Veranstalter habe im Reisevertrieb nicht nur für Kummer, sondern auch für ordentlich Neugeschäft gesorgt, bilanziert das TDA Reisebüro-Panel. Die Zahl der Kurzfristbuchungen für Reisen im September und Oktober stieg gegenüber dem Vorjahresmonat um satte 27 Prozent.

Viele Deutsche buchten ihre ausgefallene Cook-Reise offenbar kurzerhand neu bei einem anderen Veranstalter, so die Marktforscher von Travel Data + Analytics. Das Geschäft für die neue Wintersaison verharrte dagegen auf dem vergleichsweise schwachem Vormonatsniveau.

Um ihren Urlaub gebrachte Reisende hätten sich vermehrt an ein Reisebüro gewandt, analysiert das touristische Handelspanel. Denn der Online-Reisevertrieb sei im Kurzfristbereich mit 22 Prozent weniger stark gewachsen. Insgesamt waren 14 Prozent des September-Umsatzes kurzfristigen Abreisen noch im September und Oktober geschuldet. Im Vergleich zum Vorjahresmonat entsprach dies einem Anstieg um fast sechs Prozentpunkte. Damit verbesserten sich auch die Umsatzbilanzen der verbleibenden Reisemonate zum Vormonat deutlich: Der September 2019 endete demnach mit einem kleinen Minus von 0,3 Prozent, der Reisemonat Oktober verbesserte sich zum Buchungsstand per Ende September auf ein Plus von 6,7 Prozent. An der kumulierten Sommerbilanz änderten die starken Last Minute-Buchungen indes wenig. Sie verbesserte sich zwar leicht, blieb gerundet aber wie im Vormonat bei einer schwarzen Null.

Winterbuchungen schwächeln weiter

Für die Wintersaison belaufen sich die Buchungseingänge auf minus drei Prozent, der kumulierte Stand bleibt bei einem Minus von vier Prozent. In der monatlichen Umsatzbilanz standen Winterurlaube für 37 Prozent des Umsatzes – 4,2 Prozentpunkte weniger als im Jahr zuvor. Auch die Frühbucher für die Sommersaison 2020 verloren im September umsatzanteilig 1,6 Prozentpunkte. Sie standen für einen Umsatzanteil von 21,7 Prozent.

Die Marktforscher weisen darauf hin, dass in ihrer Bilanz die aus der Thomas-Cook-Pleite resultierenden Reisestornos fehlen, weil diese könnten aus insolvenzrechtlichen Gründen derzeit weder geändert noch storniert werden können. Daher wirkt das Gesamtergebnis für die abgelaufene Sommersaison positiver als es tatsächlich ist.

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