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2. Februar 2020 | 16:29 Uhr
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Coronavirus trifft weltweiten Tourismus immer härter

Tausende Erkrankte in China deuteten zunächst auf ein lokales Problem hin. Doch das Coronavirus wirbelt mittlerweile weltweit Reisepläne durcheinander. Die Angst der Menschen vor der weiteren Ausbreitung treibt Regierungen vor sich her und trifft die Tourismuswirtschaft mit Einreise- und Flugverboten hart.

Coronavirus Flughafen Stoppschild Symbolfoto Foto iStock BrasilNut1.jpg

Einreiseverbote werden verhängt, Flugpläne drastisch ausgedünnt: Das Coronavirus entwickelt sich zur Krise für den Tourismus

Die USA, Singapur und Australien haben ein rigoroses Einreiseverbot für alle beschlossen, die innerhalb von zwei Wochen vor ihrer Ankunft in China waren. Nur die eigenen Landsleute dürfen aus China noch einreisen. Angesichts der weiter sprunghaft steigenden Erkrankungsfälle, dürften weitere Länder folgen. Solche Einreiseverbote treffen nicht nur Chinesen, sondern vor allem Reisende aus aller Welt, die beruflich in China zu tun hatten.

China selbst als Reiseziel fällt zunehmend flach. Immer mehr Veranstalter sagen ihre Reisen ab. Auch, weil es kaum noch Flüge ins Reich der Mitte gibt. Nicht nur die Lufthansa-Gruppe und viele weitere europäische Carrier haben ihre Flüge gestrichen. Die großen US-Gesellschaften American, United und Delta fliegen ebenfalls nicht mehr. Asiatische Gesellschaften canceln zunehmend ihre Flüge nach China.

Coronavirus löst Massenstornierungen chinesischer Touristen aus

Umgekehrt trifft das Ausreiseverbot für chinesische Touristen die europäischen Reiseziele. Rund zwei Drittel der gebuchten Reisen aus China nach Europa über die chinesischen Neujahrsfesttage sind storniert worden, schätzt der Europäische Tourismusverband ETOA. Das seien rund 170.000 Annullierungen, zum Teil sehr kurzfristig innerhalb von 24 Stunden, so das Schweizer Fachportal About Travel. Das bedeute einen Einnahmenverlust von 340 Millionen Euro.

Davon ist auch Deutschland betroffen. In Füssen bei Neuschwanstein hagelt es derzeit Stornierungen aus China. Asiatische Touristen lieben die bayerischen Königsschlösser. Doch jetzt gebe es erhebliche Ausfälle. Der Direktor des Europarkhotels in Füssen, Fabian Geyer, fürchtet, dass nicht nur Chinesen wegbleiben, sondern auch andere Asiaten. Denn viele Besucher aus Japan oder Hongkong hätten bei chinesischen Fluglinien gebucht, die vorerst nicht mehr nach Europa starten, heißt es in der Augsburger Allgemeinen.

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