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8. Mai 2026 | 13:26 Uhr
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DB klagt über Netz und verbessert Europa-Verbindungen

Der Zustand des deutschen Schienennetzes hat sich 2025 nicht verbessert. Vor allem Stellwerke, Weichen und Bahnübergänge bleiben Schwachstellen. 2026 sollen mehr als 23 Milliarden Euro ins Netz fließen. Gleichzeitig wächst der grenzüberschreitende Fernverkehr der Bahn in Europa deutlich.

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Die Bahn-Infrastruktur in Deutschland stagniert, große Investitionen sollen eine planbare Wende bringen

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Die Deutsche Bahn sieht beim Zustand ihrer Infrastruktur erste Stabilisierung, aber noch keine Entwarnung. Der aktuelle Zustandsbericht der Infrastrukturtochter Infra Go bewertet das deutsche Schienennetz 2025 im Schnitt mit der Schulnote 3. Damit bleibt der Wert auf Vorjahresniveau. Bahnchefin Evelyn Palla spricht von einem Tiefpunkt, bislang ohne Trendwende. "Viele Anlagen und Bahnhöfe befinden sich nach wie vor in einem schlechten Zustand", sagt sie. Der Weg zu einem modernen Schienennetz sei lang.

Bauarbeiten sollen besser planbar werden 

Für den Bericht waren mehr als 380.000 Anlagen untersucht worden, darunter Brücken, Tunnel, Gleise, Weichen, Stellwerke, Oberleitungen, Bahnübergänge und Bahnhofsanlagen. 16 Prozent der Anlagen gelten mit Note 4 oder schlechter als erneuerungsbedürftig. Im Vorjahr waren es knapp 17 Prozent. Für 2026 plant die Bahn gemeinsam mit dem Bund Bruttoinvestitionen von mehr als 23 Milliarden Euro in Schienennetz und Bahnhöfe. Mehr als 28.000 Baustellen stehen an. Dazu kommen vier Generalsanierungen besonders wichtiger Strecken.

Künftig sollen Bauarbeiten planbarer werden. Rund 80 Prozent der Instandhaltungsarbeiten finden nach Angaben von Infra Go bereits in festgelegten Zeitfenstern statt. Sperrkonzepte für Korridorsanierungen sollen besser angepasst werden. Für mehr Stabilität im Betrieb plant die Bahn zusätzliche Pufferzeiten, Flex-Abfahrten und sogenannte Jokergleise. Bei Flex-Abfahrten liegt die veröffentlichte Abfahrtszeit eine Minute vor der betrieblich geplanten Zeit. So sollen Züge pünktlicher starten können. Der digitale Befehl soll zudem die Kommunikation zwischen Lokführern und Zugverkehrssteuerern beschleunigen.

Europaverkehr wächst

Während die Infrastruktur im Inland weiter bremst, gewinnt der internationale Bahnverkehr an Bedeutung. 2025 waren 25 von rund 140 Millionen Fernverkehrskunden der Bahn grenzüberschreitend unterwegs. Das sind 30 Prozent mehr als 2019. Auf einzelnen Strecken legten die Fahrgastzahlen deutlich zu. München – Zürich wuchs um 27 Prozent, Frankfurt – Paris um 22 Prozent und Köln–Brüssel um 16 Prozent. Fernverkehrsvorstand Michael Peterson sieht eine höhere Akzeptanz längerer Bahnreisen. Vor Corona hätten viele Reisende vier bis fünf Stunden toleriert, heute seien es sechs bis acht Stunden.

Die Bahn baut deshalb das Angebot aus. Ab Mitte Juni soll die Direktverbindung Kopenhagen – Prag über Hamburg und Berlin auf zwei tägliche Zugpaare wachsen. Im Sommer wird die ICE-Verbindung Köln – Brüssel an Wochenenden bis Gent, Brügge und die belgische Küste verlängert. Samstags kommt im Juli und August eine Direktverbindung Frankfurt – Bordeaux hinzu.

Ab September sollen vier tägliche ICE zwischen Köln und Antwerpen fahren, erstmals mit Stopp am Flughafen Brüssel. Für 2027 ist eine Verbindung München – Mailand – Rom zusammen mit Trenitalia und den Österreichischen Bundesbahnen geplant. Auch ein zweites Zugpaar Berlin – Paris wird geprüft. Schwieriger bleibt eine Direktverbindung nach London, unter anderem durch Sicherheitskontrollen und der britischen Nichtteilnahme am Schengen-Raum.

Christian Schmicke

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