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16. September 2020 | 13:50 Uhr
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DER-Touristik-Chef sieht jede zweite Firma insolvenzbedroht

Bis 2021 dürften 50 Prozent der touristischen Unternehmen von der Pleite bedroht sein, schätzt Ingo Burmester. Aktuell seien es bereits rund 20 Prozent. Auch 2021 werde die Nachfrage nach Reisen geringer sein. "Das nächste Jahr wird das Jahr der Entscheidung", sagt der Zentraleuropa-Chef von DER Touristik.

Burmester Ingo DER Touristik CEO Central Europe

2021 werde "das Jahr der Entscheidung", glaubt Ingo Burmester

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In einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur "DPA", das unter anderem die "Zeit" veröffentlichte, erklärte Burmester, eine durchgreifende Erholung der Nachfrage werde es erst geben, wenn ein Corona-Impfstoff da sei. Bis dahin müsse  man die Branche stabilisieren, damit eine massive Welle von Insolvenzen vermieden werde.

"Was gerade mit der Reisebranche passiert, hat im Vergleich zu allen Krisen bisher nahezu epische Dimensionen", erklärte Reisebüroinhaber Ralf Hieke in demselben Gespräch. Viele Reiseziele vor allem auch Fernreisen seien wegen Reisewarnungen derzeit noch nicht planbar. Und die Politik trage massiv zur Verunsicherung der Kunden bei: "Das Auswärtige Amt entscheidet nicht mehr allein über Reisewarnungen. Ein Ministerium weicht die Äußerungen des anderen auf. Das verunsichert die Kunden», so Hieke.

Jeden Tag 10.000 Euro aus dem Rücklagen

Ingo Lies, Gründer und Firmenchef des auf nachhaltige Reisen spezialisierten Anbieters Chamäleon steckt nach eigenen Angaben derzeit pro Tag 10.000 Euro aus "unseren Rücklagen" in die Firma. 2020 könne man in Sachen Reisen weitgehend vergessen, jetzt gehe es um 2021.

Einen Lichtblick sieht in dieser Hinsicht immerhin Tourismusforscher Torsten Kirstges von der Jade-Hochschule in Wilhelmshaven. Er glaubt, dass sich das Reiseverhalten der Menschen im kommenden Jahr "wieder ein bisschen normalisiert. Spätestens in zwei, drei Jahren werden Kreuzfahrten wieder boomen, auch Fernreisen wieder gemacht und nachgeholt", vermutet Kirstges. Er gehe von aus, dass sich das Reiseverhalten auf mittlere Sicht nicht grundsätzlich verändere.

Auf das  Prinzip Hoffnung setzt auch Wybcke Meier, die Chefin von TUI Cruises. "Der Wunsch zu reisen ist in diesem Jahr da und wird auch im nächsten Jahr da sein", sagt sie. TUI Cruises habe "schon viele Buchungen im System". Ob alle geplanten Reiserouten so durchführbar seien, hänge natürlich "vom Gesamtgeschehen zu dem Zeitpunkt" ab.

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