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19. Januar 2021 | 15:33 Uhr
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Die halbe Reisebranche will sich sofort impfen lassen

Gut 50 Prozent der Teilnehmer einer Umfrage von Reise vor9 stehen der eigenen Impfung gegen Covid-19 uneingeschränkt positiv gegenüber. Die Haltung der übrigen Befragten bewegt sich zwischen "ja, aber..." und "auf keinen Fall". An der Umfrage nahmen mehr als 1.300 Vertreter von Reisebüros, Veranstaltern, Hotellerie, Airlines und weiteren Leistungsträgern teil.

Covid-19-Impfung

Für die Reisebranche könnte einiges von einer hohen Impfbereitschaft innerhalb der Bevölkerung abhängen. Schließlich ruhen viele Hoffnungen darauf, dass es durch einen hohen Anteil geimpfter Menschen zu einer Art Herdenimmunität kommt, wodurch ein ungehinderter Reiseverkehr zwischen Ländern mit einer hohen Impfquote gewährleistet wäre. Zudem könnten Geimpfte ungehindert reisen, wenn sich herausstellt, dass die Impfung nicht nur sie selbst schützt, sondern auch eine Rolle als Infektionsherd ausschließt.

Doch die erhoffte Rolle der Vakzine für einen Neustart der Tourismusindustrie bedeutet keineswegs, dass die Branche den Impfungen vorbehaltlos gegenübersteht. Zwar erklären 53 Prozent der Befragten, sie wollten sich so schnell wie möglich impfen lassen. Doch unter den übrigen Umfrageteilnehmern herrscht Skepsis. So geben 17 Prozent der Reiseprofis an, sie wollten sich auf keinen Fall impfen lassen. Weitere zwölf Prozent sind noch unsicher.

Weitere zwölf Prozent wollen erst weitere Erkenntnisse zu Wirksamkeit und Nebenwirkungen der Impfstoffe abwarten. Und die übrigen sechs Prozent sind erst zur Impfung bereit, wenn sie sich den Impfstoff, den sie erhalten, aussuchen können.

Schlechte Erfahrungen und Unsicherheit 

In Kommentaren begründen viele Reiseprofis ihre Unsicherheit oder Ablehnung einer Impfung mit Allergien oder negativen Erfahrungen mit früheren Impfungen; zum Beispiel gegen Grippe. Andere verweisen auf den extrem kurzen Zeitraum, in dem die Vakzine entwickelt wurden, und befürchten bislang unerkannte Nebenwirkungen und Langzeitfolgen. "Ich lasse mich nicht zum Versuchskaninchen der Pharmaindustrie machen", schreibt einer. Weitere Teilnehmer kommentieren, sie wollten sich nicht impfen lassen, so lange ungeklärt sei, ob sie damit auch ihre Mitmenschen schützen.

Ein weiterer Teil der Touristiker will die Impfung in Kauf nehmen, wenn sie aus beruflichen Gründen notwendig wird. Andere würden sich impfen lassen, um einer befürchteten "sozialen Ausgrenzung" zu entgehen. Nicht wenige Reiseprofis sehen der Sache indes uneingeschränkt positiv entgegen. "Da ich schon alle Kontinente (außer Antarktika) mehrfach bereist habe, sind Impfungen gegen Erkrankungen ganz einfach elementar und nichts besonderes", unterstreicht ein Reisebürochef.

Christian Schmicke

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