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4. Dezember 2016 | 11:45 Uhr
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Die neuen Fraport-Entgelte: Das ist wirklich drin

Anders als ursprünglich geplant enthält die Gebührenordnung des Frankfurter Flughafens für 2017 keinen Sonder-Rabatt für neue Fluggesellschaften wie Ryanair. Fraport habe den Antrag für eine Entgeltordnung geändert, nachdem das hessische Verkehrsministerium gegenüber dem Flughafenbetreiber auf rechtliche Probleme hingewiesen habe, sagt Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir.

Viel diskutiertes Kernelement der neuen Entgeltordnung sind die Anreize, mehr Passagiere zu befördern. Bei Kontinentalverbindungen gibt es nun Rabatte für Steigerungen der Passagierzahl. Sie betragen im ersten Jahr bei einer Steigerung der Passagierzahl um mindestens drei Prozent zwei Euro pro Flugast. Maximal können Airlines ein Incentive von 14 Euro pro Passagier erreichen, wenn sie mindestens 20 Prozent mehr Fluggäste auf einer Kontinentalstrecke befördern als zuvor. Das Incentive verringert sich im zweiten Jahr im Vergleich zum ersten Jahr um 20 Prozent und im dritten Jahr im Vergleich zum zweiten Jahr um weitere 40 Prozent. Danach ist die Begünstigung beendet. Innerdeutsche Flüge sind von der Rabattierung ausgenommen.

„Natürlich können von diesem Rabatt-Programm neue Fluggesellschaften einfacher profitieren als Airlines, die bereits Verkehr ab Frankfurt abwickeln“, räumt Al-Wazir ein. Er rechtfertigt dies damit, dass neue Fluggesellschaften in den ersten Jahren an einem neuen Standort zusätzliche Kosten und Risiken hätten. Entsprechende Nachlässe in den Entgelten seien daher in Ordnung.

Lärmabhängige Komponenten

Die neue Gebührenordnung sieht zudem eine Anhebung der lärmabhängigen Start- und Landeentgelte um durchschnittlich 15 Prozent vor. Gleichzeitig gibt es Nachlässe für aktive Schallschutzmaßnahmen. So soll die Nachrüstung von Flugzeugen der A320-Familie mit so genannten Wirbelgeneratoren für die Fluggesellschaften finanziell attraktiver werden. Die Wirbelgeneratoren reduzieren Pfeifgeräusche und reduzieren den Gesamtschallpegel des Flugzeugs, insbesondere bei der Landung. Maximal könnten sich die Entgelte bei Einsatz der Technologie um bis zu 40 Prozent reduzieren. Davon profitierten auch die Großkunden Lufthansa und Condor, unterstreicht Al-Wazir. Zudem will die neue Entgeltordnung finanzielle Anreize für den Einsatz von Flugzeugen setzen, die mit dem satellitengestützten Anflugverfahren „Ground Based Argumentation System“ (GBAS) ausgestattet sind und dieses aktiviert haben. Mit GBAS können Anflüge am Frankfurter Flughafen mit einem höheren Gleitwinkel durchgeführt und langfristig auch Siedlungsschwerpunkte umflogen werden.