Discover krempelt Kabine auf der Langstrecke um
Discover Airlines führt eine neue Langstreckenkabine ein und rüstet die 16 Airbus A330-300 um. Der erste umgebaute Jet soll ab April 2027 fliegen. Neu sind unter anderem zwei Business-Suiten mit Schiebetüren, eine überarbeitete Premium Economy mit Hartschalensitzen sowie Starlink-Internet in allen Klassen.
Discover Airlines
Ocean Blue nennt Discover Airlines die neue Langstreckenkabine für den Airbus A330
Die Lufthansas-Tochter erneuert die Kabine der Langstreckenflotte grundlegend. Der Umbau betrifft alle 16 Airbus A330-300. Der erste komplett modernisierte Jet soll im April 2027 in den Linienbetrieb gehen und zuvor bei Lufthansa Technik umgerüstet werden. Bis Mitte 2028 sollen alle A330 das neue Interieur erhalten.
Nach dem Umbau sei die Sitzplatzkapazität einheitlich, kündigt der LH-Ferienflieger an: 227 Plätze in der Economy, 31 in der Premium Economy und 30 in der Business Class – insgesamt 288 Sitze. Bisher fliegt Discover den A330-300 in zwei Kabinenauslegungen mit 283 und 302 Sitzen.
Dreistelliger Millionenbetrag aus dem Lufthansa-Konzern
Für die 2021 gestartete Airline ist das Projekt die bislang größte Investition. Der neue CEO Ulrich Lindner spricht von einem dreistelligen Millionenbetrag, den der Lufthansa-Konzern in "Ocean Blue" steckt, wie die neue Kabine heißt. Lindner, seit Dezember im Amt erklärt: "Nachdem wir vor rund zwei Jahren unsere Marke eingeführt haben, ist das nun der nächste wichtige Schritt."
Die neue Gestaltung arbeitet mit verschiedenen Blautönen. Der Name "Ocean Blue" knüpft zudem an den Projektnamen "Ocean" an, unter dem im Lufthansa-Konzern einst an einer Ferienairline gearbeitet wurde. Bis heute fliegen die Discover-Maschinen mit dem Rufzeichen Ocean.
Business Class mit Doppel-Suite und Paarsitzen
In der Business Class führt Discover als erste deutsche Leisure-Airline eine Doppel-Suite ein. Die zwei Suiten liegen in der Mitte der Kabine und sind mit rund 1,20 Meter hohen Schiebetüren ausgestattet. Dazu kommen 32-Zoll-Monitore und ein sogenannter "Privacy Divider". Bei Bedarf lässt sich die Trennwand zwischen beiden Suiten absenken.
Auch die übrige Business Class wird umgebaut. Künftig gilt eine 1-2-1-Konfiguration, damit ist jeder Sitz direkt vom Gang erreichbar. Rund die Hälfte der Plätze ist als Paarsitze ausgelegt. Lindner begründet das mit der Zielgruppe: Discover wolle sich stärker auf Paare und Familien ausrichten als die Kernmarke Lufthansa und beobachte zugleich, dass "das Premium-Segment in der Touristik immer wichtiger wird".
Premium Economy und Economy werden neu sortiert
Den größten Komfortsprung sieht Discover in der Premium Economy. Maximilian Meintgens, zuständig für Kunden und Marketing, sagt: "Ich glaube, bei der Premium Economy gibt es den größten Schritt in Richtung Komfort und Privatsphäre." Vorgesehen sind neue Hartschalensitze mit großer Neigung und 99 Zentimetern Sitzabstand.
In der Economy bietet Discover künftig unterschiedliche Sitzabstände. Sie reichen von 79 bis 99 Zentimetern. Zusätzlich wächst die Beinfreiheit in der Economy um etwa einen Inch, also rund 2,5 Zentimeter. In der Business Class beträgt der Sitzabstand 112 Zentimeter, die Sitze lassen sich weiterhin in ein rund zwei Meter langes Bett verwandeln.
Zur Modernisierung gehört auch neue Bordtechnik. Discover plant kostenloses Internet von Starlink und größere 4K-Touchscreens mit Bluetooth-Funktion in allen Klassen. Zudem soll eine Beleuchtung mit wechselnden Lichtfarben den Biorhythmus der Reisenden unterstützen. Meintgens betont, dass nicht nur Sitze getauscht werden: Hinter der Cockpittür werde "alles neu", von den Küchen mit neuen Öfen und Kaffeemaschinen bis hin zu Toiletten und Lichtgestaltung.
A350 bleiben außen vor, Verkauf noch offen
Nicht umgerüstet werden die vier Airbus A350, die im nächsten Jahr zur Discover-Flotte stoßen sollen und von Philippine Airlines stammen. Diese verfügten bereits über ein Produkt "der neuen Generation", sagt Lindner. Es seien aber Anpassungen geplant, damit das Service-Konzept einheitlich bleibe.
In den Verkauf sollen die ersten Ocean-Blue-Sitze voraussichtlich Ende dieses Jahres gehen. Auf welchen Fernstrecken die neue Kabine zuerst eingesetzt wird, ist laut Lindner noch offen.
Christian Schmicke
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