Disney-Konzern hat einen neuen CEO
Die Walt Disney Company hat Josh D’Amaro (r.) zum neuen CEO ernannt. Der bisherige Chef des Freizeitpark- und Erlebnisgeschäfts soll die Geschäfte Mitte März übernehmen. Dana Walden (l.) steigt zur Präsidentin und Chief Creative Officer auf.
Walt Disney Company
Bei Disney wird Dana Walden Präsidentin und COO, Josh D'Amaro steigt zum CEO auf
Disney setzt bei der Nachfolge von Robert Iger auf einen Manager aus dem Freizeitparkgeschäft. Der Verwaltungsrat wählte D’Amaro, bislang Chairman von Disney Experiences, einstimmig zum Chief Executive Officer. D’Amaro, 54, arbeitet seit 1998 für Disney und führt seit 2020 den Bereich Disney Experiences. Der Konzern nennt für das Segment 36 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz im Geschäftsjahr 2025 sowie weltweit 185.000 Beschäftigte.
Walden übernimmt Kreativrolle, Iger bleibt bis Jahresende
Parallel zur Berufung von D’Amaro schafft Disney eine neue Führungsposition: Dana Walden, bislang Co-Chairman von Disney Entertainment, wird Präsidentin und Chief Creative Officer. Sie soll künftig direkt an D’Amaro berichten und konzernweit für "Storytelling und kreative Ausrichtung" stehen.
Iger, der den Konzern nach seiner Rückkehr 2022 erneut geführt hat, bleibt nach dem Wechsel als Senior Advisor und Mitglied des Disney Boards. Sein Ausscheiden aus dem Unternehmen ist für das Jahresende vorgesehen.
Parks, Hotels, Kreuzfahrten als Kern von D’Amaros Profil
D’Amaros Karriere ist eng mit dem Parkgeschäft verbunden. Er war unter anderem Präsident des Disneyland Resorts sowie des Walt Disney World Resorts. Als Chef von Disney Experiences verantwortet er 12 Themenparks und 57 Resort-Hotels weltweit, dazu Kreuzfahrten, Vacation Club, Adventures by Disney und weitere Angebote. Disney nennt zudem Pläne für einen neuen Park in Abu Dhabi.
Die Entscheidung für den Iger Nachfolger ging ein mehrjähriger Prozess voraus. Der Verwaltungsrat richtete im Januar 2023 ein Nachfolgekomitee ein, das Kandidaten intern und extern evaluierte. Verwaltungsratschef James Gorman sagte dem Sender CNBC, D’Amaro habe sich in einer rund drei Jahre langen Suche gegen mehr als 100 Kandidaten durchgesetzt.
Auf D’Amaro warten mehrere Baustellen: Konkurrenz im Streaming, sinkende Erlöse im TV-Kabelgeschäft, Unsicherheiten im Kinomarkt und der Einfluss generativer KI auf Inhalte. Gleichzeitig gilt das Freizeitparkgeschäft als zentraler Gewinnträger, zu dem auch die Kreuzfahrten zählen. Disney treibt den Ausbau der Sparte voran und plant Investitionen von 60 Milliarden Dollar bis 2033; die Zahl der Kreuzfahrtschiffe soll von sieben auf 13 steigen.
Christian Schmicke
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