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17. Februar 2026 | 15:38 Uhr
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DRV fordert klare Leitplanken für Klimaschutz

Der Deutsche Reiseverband (DRV) hat ein Positionspapier zum Klimaschutz vorgelegt. Darin bekennt er sich zu Netto-Null-Emissionen bis 2050 und fordert zugleich verlässliche politische Rahmenbedingungen. Im Fokus stehen Effizienzsteigerungen in der Mobilität, nachhaltige Produktgestaltung, transparente CO2-Informationen für Reisende und fairer Wettbewerb.

CO2 Klima Wald

Ein neues Positionspapier des DRV soll die Leitplanken für die Aktivitäten der Reisebranche zum Klimaschutz abstecken

In seinem neuen Positionspapier formuliert der DRV konkrete Leitlinien für Klimaschutz und nachhaltige Transformation. Ziel sei es, die Emissionen kontinuierlich zu senken und bis 2050 beim CO2-Ausstoß netto null zu erreichen – im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen und den Klimazielen der EU.

Der Verband verweist auf die besondere Verantwortung der Branche. Der Klimawandel bedrohe zahlreiche Destinationen und damit die wirtschaftliche Grundlage des Reisens. Mobilität bleibe dabei zentral: Ohne Mobilität seien Urlaubs-, Geschäfts- und Privatreisen nicht möglich.

Mobilität als Schlüssel

Ein Schwerpunkt liegt auf Emissionsminderungen und Effizienzsteigerungen in der Mobilität. Der DRV fordert eine kontinuierliche Modernisierung der Flotten im Luft-, Straßen- und Schiffsverkehr sowie technologische Innovationen. Auch der Bahnverkehr soll als klimaeffiziente Alternative gestärkt werden.

Zu den zentralen Hebeln zählen nachhaltige, biogene und synthetische Treibstoffe im Luftverkehr und in der Schifffahrt. Hier fordert der Verband politische Förderung und den Ausbau industrieller Produktionskapazitäten. Weitere Punkte sind der Ausbau der Elektromobilität, eine bessere Ladeinfrastruktur sowie mehr Intermodalität, etwa durch Rail-and-Fly-Angebote.

Auch eine Vereinheitlichung der europäischen Luftraumstruktur im Sinne eines Single European Sky wird als Beitrag zu effizienteren Flugrouten genannt.

Infrastruktur und Wertschöpfungskette

Neben der Mobilität adressiert das Papier die Infrastruktur. Gefordert werden Investitionen in Flughäfen, Häfen, Bahnhöfe sowie in das Schienen- und Straßennetz. Dazu zählen der Ausbau von Landstromanlagen in Häfen, die bessere Anbindung an Hochgeschwindigkeitsnetze, zusätzliche Nachtzugangebote und Investitionen in regenerative Energie in Hotels.

Entlang der gesamten Wertschöpfungskette sieht der DRV weitere Potenziale: saisonale und regionale Lebensmittel, mehr vegetarische und vegane Angebote, Vermeidung von Lebensmittelabfällen, Reduktion von Einwegverpackungen und Kunststoffen sowie ein ressourcensparender Einsatz von Energie. Auch emissionsarme Aktivitäten und ein verantwortungsvolles Destinationsmanagement werden genannt. Schulungen wie Green Counter oder Climate Counter sollen die Kompetenz der Touristiker stärken.

Transparenz für Reisende

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Information der Kundinnen und Kunden. Der DRV will eine objektive Entscheidungsgrundlage schaffen, die neben ökonomischen auch klimarelevante Aspekte berücksichtigt. Vorgesehen ist die Darstellung eines transparenten, einheitlichen CO2-Werts für zentrale Leistungen wie Flug, Zug, Bus, Kreuzfahrt, Mietwagen und Hotel – etwa über Klima Link, Count Emissions EU oder ISO Norm 14083.

Am Point of Sale sollen emissionsärmere Alternativen innerhalb einer Produktgruppe aufgezeigt werden. Auch eine Beratung zu längeren Aufenthalten bei Fernreisen und Hinweise zu Sustainable Aviation Fuel (SAF) oder freiwilliger Kompensation sind Teil des Konzepts.

Appell an die Politik

Abschließend fordert der Verband faire politische Rahmenbedingungen. Nationale, europäische und internationale Klimaschutzvorgaben müssten so ausgestaltet sein, dass ein fairer Wettbewerb gewährleistet bleibt und keine Verlagerung von Emissionen in Länder mit geringeren Standards erfolgt.

Zudem spricht sich der DRV für eine EU-weite Anti-Dumping-Regelung aus, die den Verkauf von Reisedienstleistungen unterhalb der Kosten für Steuern, Zuschläge und Gebühren unterbindet. Die Transformation dürfe die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Reisewirtschaft nicht gefährden, so der Verband.

Christian Schmicke

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