Emirates nimmt neuen Anlauf für Flüge ab Berlin
Emirates hat am Flughafen Berlin-Brandenburg Slots für Flüge nach Dubai beantragt. Ein Start ist für Dezember vorgesehen, sofern die Bundesregierung die nötigen Verkehrsrechte erteilt. Die Entscheidung hängt von einer Erweiterung des bilateralen Luftverkehrsabkommens ab und ist politisch umstritten.
Emirates
Emirates will die Stecke Berlin – Dubai mit Boeing 777 bedienen
Die Fluggesellschaft aus Dubai hat eine Slot-Anfrage für den Flughafen Berlin-Brandenburg eingereicht. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg könnten die Flüge im Dezember aufgenommen werden, falls die Bundesregierung zustimmt. Zum Einsatz kommen soll eine Boeing 777. Eine offizielle Bestätigung der Strecke gibt es noch nicht.
Jahrelanges Tauziehen
Ursprünglich hatte der Golfstaaten-Carrier einen Start im Mai ins Auge gefasst. Verzögerungen bei der Auslieferung neuer Flugzeuge führten laut internen Unterlagen zu einer Verschiebung auf Dezember. Die Airline spricht von einem routinemäßigen Schritt, um bei einer möglichen Genehmigung startbereit zu sein.
Emirates bemüht sich seit Jahren um Berlin als fünftes Ziel in Deutschland. Das bestehende Luftverkehrsabkommen erlaubt der Airline derzeit nur vier deutsche Destinationen. Diese Kapazität nutzt die Airline mit Verbindungen nach Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg komplett aus. Eine Erweiterung wäre damit Voraussetzung für die Aufnahme der Strecke. Nach Informationen aus Branchenkreisen bremse das Bundesverkehrsministerium die Pläne weiterhin, berichtet das Portal Aerotelegraph.
Rückenwind aus der Region
Unterstützung kommt aus Berlin und Brandenburg sowie von Industrie- und Handelskammern, Tourismusorganisationen und dem Flughafen. Emirates verweist auf eine Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Demnach würde ein täglicher Flug rund 500 Arbeitsplätze schaffen, 140.000 zusätzliche Passagiere bringen und etwa 55.000 Übernachtungen generieren.
Gegenwind kommt dem vernehmen nach aus Hessen und Bayern. Die Landesregierungen warnen vor einer Schwächung der Drehkreuze Frankfurt und München. Auch Lufthansa lehnt zusätzliche Verkehrsrechte für Golfairlines ab und verweist auf Wettbewerbsnachteile. Ob der neue Anlauf von Emirates erfolgreich ist, entscheidet die Politik.
Christian Schmicke
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