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11. Juni 2026 | 15:16 Uhr
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Emirates nutzt die ILA, um Druck zu machen

Emirates verschärft im Streit um neue Deutschlandflüge den Ton. Präsident Tim Clark (links) fordert auf der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) Genehmigungen für tägliche Verbindungen nach Berlin und Stuttgart und stellt Investitionen von mehr als 100 Millionen Euro pro Jahr in Aussicht. Lufthansa wirft er vor, den Marktzugang politisch zu blockieren.

Clark Merz

Bundeskanzler Friedrich Merz (rechts) stattete einem Airbus A380 von Emirates und dem Präsidenten der Airline, Tim Clark (links), auf der ILA einen Besuch ab 

Emirates nutzt die Luftfahrtausstellung ILA in Berlin, um die Forderung nach mehr Verkehrsrechten in Deutschland zu erneuern. Im Zentrum steht der Hauptstadtflughafen BER. Nach Angaben von Emirates-Präsident Tim Clark hat sich die Airline dort bereits Start- und Landerechte gesichert. Für den Betrieb fehlt aber weiter die Genehmigung des Bundesverkehrsministeriums.

Die Fluggesellschaft aus Dubai stellt für tägliche Linienflüge nach Berlin und Stuttgart Investitionen von mehr als 100 Millionen Euro pro Jahr in Aussicht. Voraussetzung sei die Freigabe durch die Bundesregierung. Clark gab sich in Berlin bei einer Pressekonferenz kämpferisch. "Wir werden das bekommen. Wir sind fest entschlossen. Und wir werden gewinnen", sagte er.

Boeing 777 für Berlin und Stuttgart

Emirates plant nach eigenen Angaben tägliche Umläufe mit Boeing 777-300ER in einer Vier-Klassen-Konfiguration. Die Maschinen sollen First Class, Business Class, Premium Economy und Economy bieten. Für Berlin skizzierte Clark bereits einen möglichen Flugplan: Abflug in Dubai gegen 8 Uhr, Ankunft am BER je nach Saison zwischen 11 und 12 Uhr, anschließend Rückflug nach Dubai.

Clark sieht in Berlin Nachfrage in allen Kabinenklassen. Er verweist auf Diplomatie, Geschäftsreisen und Verwandtenbesuche. Den heutigen Langstreckenverkehr am BER hält er für unzureichend. Bei seiner Anreise habe er fast nur Single-Aisle-Flugzeuge gesehen. "Das ist kein Hauptstadtflughafen wie Paris, London, Peking oder Sydney – das ist eine wirklich traurige Situation", so der Emirates-Chef.

Scharfe Kritik an Lufthansa

Besonders deutlich attackierte Clark, wie bereits in der Vergangenheit, die Lufthansa. Der deutsche Konzern arbeite "innerhalb des Star-Alliance-Kartells", sagte er. Lufthansa habe Austrian, Swiss, Brussels Airlines und ITA Airways "fast wie einen Schutzschild" um sich versammelt und baue die Marketingmacht in Europa weiter aus.

Lufthansa kritisiert seit Jahren, Golf-Carrier wie Emirates oder Qatar Airways genössen regulatorische Vorteile. Clark weist das zurück. Lufthansa sei ein börsennotiertes Unternehmen, das seinen eigenen Kampf führen solle, "ohne zur Regierung zu gehen und sich hinter deren Rockzipfeln zu verstecken".

Stuttgart als weiteres Ziel

Neben Berlin drängt Emirates auf Flüge ab Stuttgart. Die Airline bezeichnet Baden-Württemberg als exportstarkes Bundesland, dessen Industrie auf Langstreckenanbindungen angewiesen sei. Stuttgart werde derzeit nur saisonal und mit Schmalrumpfgerät direkt mit Dubai verbunden.

Emirates argumentiert, neue Flüge würden deutsche Airlines nicht kannibalisieren, sondern Lücken schließen. Über Dubai biete die Airline ab Deutschland Verbindungen zu 50 Zielen in Afrika, Nahost, Südostasien und Australasien, die keine deutsche Fluggesellschaft direkt bediene.

Nach dem Luftverkehrsabkommen zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten darf Emirates bislang vier Flughäfen in Deutschland bedienen. Die Airline fliegt Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg an. Berlin und Stuttgart wären zusätzliche Punkte und bräuchten daher eine politische Freigabe.

ILA als Bühne für den Marktzugang

Emirates zeigt auf der ILA erneut einen Airbus A380. Bundeskanzler Friedrich Merz besuchte das Flugzeug zum Messeauftakt, ebenso Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke. Am zweiten Messetag empfing Emirates die Regierungschefs der ostdeutschen Länder am Flugzeug. Die Airline nutzt die Messe seit Jahren, um ihre Rolle für die deutsche Wirtschaft zu betonen.

Christian Schmicke 

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