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20. Juni 2018 | 14:30 Uhr
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Eurocontrol befürchtet europaweit viel mehr Verspätungen

Schon jetzt stöhnen die Passagiere in Europa über Verspätungen ihrer Flüge. Bis 2040 könnten die Lage noch viel dramatischer werden, befürchtet die Organisation zur zentralen Koordination der Luftverkehrskontrolle in Europa, Eurocontrol. Das geht aus der Studie „European Aviation in 2040 - Challenges of Growth“ hervor, die am Mittwoch auf dem ACI-Flughafenkongress in Brüssel vorgestellt wurde.

In dem Szenario steigert sich die Zahl der um mehr als zwanzig Minuten verspäteten Flüge um 60 Prozent, Verspätungen von über zwei Stunden versiebenfachen sich. Die durchschnittliche Verspätung würde sich, laut Studie, auf 20 Minuten einpendeln. Das würde bedeuten, dass täglich fast eine halbe Million Passagiere von mehrstündigen Verzögerungen betroffen wären. In Europa wären dann 16 Flughäfen so überfüllt wie London Heathrow oder Frankfurt heute, sie wären an ihrer Kapazitätsgrenze.

Insgesamt schätzt Eurocontrol, dass die Zahl der Flüge in Europa um mehr als die Hälfte auf 16,2 Millionen pro Jahr steigt. Für Deutschland hieße das, dass die Zahl der täglichen Flüge um etwa 4.000 zunimmt. Zudem wird in der Studie geschätzt, dass die 111 wichtigsten Flughäfen in Europa ihre Kapazität nur um 16 Prozent steigern können. Deshalb könnten 1,5 Millionen Flüge mit etwa 160 Millionen Fluggästen nicht realisiert werden.  

Aus diesen Gründen müsse die Politik schon jetzt handeln, so Eurocontrol. Um die Kapazitäten anzupassen, sei der Bau zusätzlicher Landebahnen erforderlich.