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2. November 2020 | 07:00 Uhr
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Ferienflieger Sundair flüchtet unter Schutzschirm

Die Fluggesellschaft Sundair hat beim Amtsgericht Stralsund ein Schutzschirmverfahren beantragt. Das Gericht hat Lucas Flöther zum Sachwalter bestellt, der auch das Verfahren von Condor begleitet hat. Alleingesellschafter Marcos Rosello will das Unternehmen mit 240 Angestellten in Eigenverwaltung neu aufstellen.

Sundair Airbus Start Foto Sundair.jpg

Die Airbusse von Sundair fliegen unter einem Schutzschirmverfahren weiter

Die Corona-Krise hat auch Sundair schwer getroffen. Zu Beginn der Pandemie blieben fast alle Flugzeuge am Boden. Seit Juli fliegen die Maschinen wieder, die Passagierzahlen blieben aber deutlich unter Vorjahresniveau, so das Unternehmen.

„Mithilfe des Schutzschirmverfahrens wollen wir uns innerhalb kurzer Zeit neu aufstellen – und zwar bei laufendem Flugbetrieb“, sagt Rosella. „Wir werden auch weiterhin unsere Gäste sicher, zuverlässig und pünktlich an ihr Ziel bringen“, verspricht Rossello. Bereits gekaufte Tickets sollen ihre Gültigkeit behalten.

Sundair wurde 2016 gegründet und betreibt sieben Airbus-Jets. Reiseveranstalter Schauinsland, der die Airline mit aus der Taufe gehoben hatte, ist im Oktober als Gesellschafter ausgestiegen. Seitdem hält Gründer Marco Rosello alle Anteile an Sundair.

Das Schutzschirmverfahren ist eine besondere Form des deutschen Insolvenzrechts. Es ermöglicht angeschlagenen Unternehmen, in Eigenverwaltung eine Insolvenzplan vorzulegen, bevor sie zahlungsunfähig werden. Voraussetzung ist, dass grundsätzlich Aussicht auf eine erfolgreiche Sanierung besteht. Der vom Gericht eingesetzte Sachwalter vertritt die Interessen der Gläubiger.

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