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30. Mai 2018 | 12:50 Uhr
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Mailen

Ferienhausmarkt ist weiter im Aufwind

Zu diesem Ergebnis gelangt der Deutsche Ferienhausverband auf der Basis einer Branchenumfrage. Demnach lag das Umsatzwachstum 2017 bei 13 Prozent, die Zahl der Buchungen stieg um zehn Prozent. Als Grund für den Anstieg wertet der Verband die zunehmende Angebotsbreite. So steige die Urlaubernachfrage analog zum Angebot, weil es in der Bevölkerung ein wachsendes Bedürfnis nach Privatsphäre und Rückzug aus dem fremdbestimmten Alltag gebe. Ferienhäuser können daher für viele Regionen eine Chance sein, um für steigende Gästezahlen zu sorgen, den Tourismus anzukurbeln und letztendlich von den Einnahmen zu profitieren, appelliert die Lobbyorganisation.

Meck-Pomm vorn. Unangefochten auf Platz eins unter den Ferienhauszielen liegen die Naherholungsgebiete in Deutschland. Dort nimmt die Ostseeküste Mecklenburg-Vorpommerns die Spitzenposition ein. Es folgen das Nordsee-Festland und die Ostseeküste in Schleswig-Holstein. Kroatien lag 2017 auf Platz zwei im Ranking der Urlaubsländer mit den meisten Buchungen, gefolgt von Italien und den niederländischen Nachbarn. Die Mieten für das gebuchte Ferienhaus lagen in den Sommerferien für eine Woche bei 987 Euro, das entspricht etwa 140 Euro pro Objekt und Tag. 4,5 Personen teilten sich eine Ferienunterkunft und bevorzugten 2,6 Schlafzimmer. Die Aufenthaltsdauer lag bei 8,5 Tagen, gebucht wurden im Schnitt 84 Quadratmeter. Beliebtestes Suchkriterium auf den Portalen der Anbieter war das W-Lan, gefolgt von der Haustierfreundlichkeit der Unterkunft und dem Pool. Platz vier und fünf gingen an den Geschirrspüler und die Sauna.

Positive Prognose. Die Vorzeichen für ein erfolgreiches Jahr 2018 stehen laut Deutschem Ferienhausverband gut. Dass immer frühzeitiger in der Saison eine Ferienwohnung für den Sommer gebucht werde und überdurchschnittlich hochwertige Objekte in exponierter Lage gefragt seien, deuteten die Anbieter als "sicheres Signal für einen erneuten Zuwachs", heißt es in einer Mitteilung. Die Anbieter gingen übereinstimmend davon aus, dass 2018 ein gutes Jahr für den Ferienhaustourismus werde und sie ihr Angebot weiter ausbauen könnten. Besonders großes Marktpotenzial schreiben sie der Zielgruppe der Familien zu. Im Trend, dass sich große Gruppen, mehrere Familiengenerationen oder Freunde, ein Ferienhaus teilen, steckten ebenfalls Möglichkeiten. Da der Buchungswert häufig über dem einer durchschnittlichen Reservierung liege, sei diese Zielgruppe für Anbieter besonders attraktiv.

Angst vor "Überregulierung". Als größte Herausforderung werten die Anbieter den Ruf nach Zweckentfremdungsverboten in Städten und beliebten Regionen. In einigen Destinationen sei die Vermietung in den letzten Jahren stark reglementiert worden, klagen sie. Dabei bleibe "unberücksichtigt, dass die klassischen Ferien- und Zweitwohnungen nur einen geringen Anteil am Gesamtwohnungsmarkt" einnähmen und auch als Dauerwohnraum den Mangel an fehlenden Wohnungen nicht auffangen könnten. Die Anbieter wünschten sich daher einen "umfangreichen Bestandsschutz und eine faire Gleichbehandlung aller Marktteilnehmer". Regulierungen seien "nur dann sinnvoll, wenn das Gleichgewicht zwischen Ferienwohnungen und Dauerwohnungen gefährdet".