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26. August 2026 | 15:55 Uhr
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Flusskreuzfahrtreedereien kämpfen weiter mit Niedrigwasser

Auch wenn sich mancherorts Entspannung abzeichnet, bleibt das Niedrigwasser auf Rhein und Donau für Reedereien eine Herausforderung. Phoenix verlängert daher die Option auf Umbuchung für Abfahrten auf beiden Flüssen bis 6. September. A-Rosa fährt auf der Donau wieder an, Thurgau Travel musste dagegen 16 Reisen anpassen und zwei Kurzreisen streichen.

Deutschland Rhein Niedrigwasser 2022 Foto iStock A-Tom

Es ist nicht die erste Flussreisesaison mit extremem Niedrigwasser, wie Aufnahmen vom Rhein im Sommer 2022 zeigen

Reisen fallen aus und Flusskreuzfahrten starten von anderen Orten: Das extreme Niedrigwasser zwingt Reedereien weiterhin ihre Routen, vor allem auf dem Rhein und auf der Donau, zu verlegen. Reise vor9 hat sich bei den Flusskreuzfahrtspezialisten umgehört, wie die Lage auf den Flüssen im In- und Ausland aktuell ist.

Phoenix verlängert Umbuchungsfrist

Phoenix Reisen erlaubt bei vielen bereits gebuchten Rhein- und Donaukreuzfahrten mit Abfahrt bis einschließlich 6. September weiterhin eine kostenlose Umbuchung. Zuvor galt die Regelung nur bis 31. August. Ausgenommen sind Donau-Reisen mit bis zu sieben Tagen Dauer, Fahrten in Holland und Belgien sowie Mosel-Reisen der Rhein Prinzessin.

Die am 28. August startende Moselkreuzfahrt der Anesha soll nach Angaben des Veranstalters planmäßig stattfinden. Für die am Wochenende beginnenden Rhein- und Donau-Reisen lag zunächst noch keine endgültige Entscheidung vor. Man entscheide kurzfristig nach Pegelstand. Die Wasserstandsmeldungen änderten sich bei der aktuellen Lage täglich, heißt es in einer Mitteilung von Phoenix. "Reedereien und Veranstalter operieren weiterhin im Krisenmodus und prüfen die Durchführbarkeit von Reisen Abfahrt für Abfahrt", teilt Phoenix mit.

Croisi Europe setzt auf flachgängige Schiffe

Croisi Europe hat nach eigenen Angaben keine der betreuten deutschsprachigen Abfahrten wegen niedriger Wasserstände absagen müssen. Wo Anpassungen nötig seien, würden alternative Programmabläufe eingesetzt. Auf dem Rhein hätten sich die Pegel zuletzt zudem wieder etwas normalisiert.

Als Vorteil nennt Christian Kaatz, Geschäftsführer des Generalagenten Anton Götten Reisen, die Flottenstruktur. Auf sensibleren Flüssen setzt Croisi Europe verstärkt Zweideckschiffe mit rund 1,30 Metern Tiefgang sowie Schaufelradschiffe mit nur etwa 90 Zentimetern Tiefgang ein. Jede Route und Abfahrt werde weiterhin einzeln bewertet.

Nicko hat 30 Fahrten abgesagt

Insgesamt hat Nicko nach eigenen Angaben etwas mehr als 30 Reisen absagen müssen, seit Mitte Juli. "Die letzten Tage gab es etwas Niederschlag an den entsprechenden Stellen. Insofern sind wir vorsichtig optimistisch und auf einem guten Weg, denn auf dem Rhein steigen die Pegelstände, ebenso auf der Donau", teilt Nicko mit. Es werde natürlich noch etwas dauern, bis man wieder auf Normalstand sei. Zudem bleibe die Lage dynamisch.

"Aktuell sind Fahrten bis nach Wien möglich, die nächsten Tage vielleicht auch schon bis nach Bratislava. Auf dem Rhein schiffen wir gerade noch in Utrecht ein, aber auch hier ist von den nautischen Experten die Rede davon, dass wir bald wieder unsere Ein- und Ausschiffung ab deutschen Häfen (Duisburg, Köln, Düsseldorf) durchführen können."

Thurgau Travel musste 16 Reiserouten ändern

Bei Thurgau Travel waren bislang 16 Flusskreuzfahrten von Anpassungen betroffen, wie das Unternehmen mitteilt. Dazu gehörten andere Ein- und Ausschiffungsorte, veränderte Routen und Änderungen einzelner Programmpunkte. Zwei zweitägige Kurzreisen der Antonio Bellucci ab Basel wurden abgesagt.

Pauschale Regeln für Umbuchungen oder Ausgleichsleistungen gibt es nicht. Je nach Änderung kommen laut Reederei etwa Preisnachlässe, Bordgutscheine oder alternative Reisen infrage. Weniger stark betroffen seien derzeit unter anderem Fahrgebiete auf Havel, Oder, Elbe und verschiedenen Kanälen.

A-Rosa nimmt Donau-Betrieb wieder auf

Die Rostocker Reederei A-Rosa geht davon aus, ab sofort wieder alle Donau-Kreuzfahrten durchführen zu können. Nach Niederschlägen hätten sich die Pegelstände leicht verbessert, so A-Rosa. Zuvor lagen die fünf Donau-Schiffe Donna, Mia, Flora, Riva und Bella wegen zahlreicher Reiseabsagen in Linz.

Bella und Riva haben den Betrieb laut Reederei inzwischen wieder aufgenommen und lagen planmäßig zur Einschiffung in Passau. Die übrigen drei Schiffe sollen folgen. Auch auf dem Rhein rechnet A-Rosa mit der Durchführung der Reisen, weist aber auf mögliche kurzfristige Änderungen hin. Auf Rhône, Seine und Douro laufen die Fahrten laut Unternehmen planmäßig und ohne Einschränkungen.

Sabine Schreiber-Berger

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