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18. September 2020 | 07:00 Uhr
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Flussreiseanbieter müssen wegen Reisewarnungen improvisieren

Erst machte Ungarn die Grenzen dicht, nun ist auch Wien bei Donau-Kreuzfahrten kein Anlaufpunkt mehr. Für große Teile Frankreichs gilt eine Reisewarnung, ebenso wie für Amsterdam und Rotterdam. Den Reedereien bleibt nichts übrig, als zu improvisieren.

Budapest

An vielen Anlaufpunkten von Flusskreuzfahrten, wie hier in Budapest, sind derzeit keine Landgänge möglich

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Die Liste ändert sich täglich. Jüngste Neuzugänge unter den klassischen Anlaufpunkten für Flusskreuzfahrten, die mit Reisewarnungen belegt wurden, sind Wien und Amsterdam. Das bringt die Anbieter von Flusskreuzfahrten in Nöte, denn sowohl die Donau als auch der Rhein sowie die Seine, Rhône und Saône zählen zu den wichtigsten Geldbringern der Anbieter im Sommer.

Hinzu kommt: Obwohl die Flussschiffanbieter große Anstrengungen unternehmen, um ihre Klientel zu verjüngen, zählt weiterhin ein erheblicher Teil ihrer Kunden zu den Risikogruppen. Auch deshalb dürfen sie im Hinblick auf das Infektionsrisiko keinen Spaß verstehen.

Frankreich-Fahrten derzeit kaum machbar

Zum vorläufigen Totalausfall hat sich Frankreich entwickelt, nachdem große Teile des Landes vom RKI zum Risikogebiet erklärt worden sind. So hat etwa Nicko Cruises bereits für den Rest der Saison die Reisen auf Rhône und Saône abgesagt. Man könne "aufgrund der Entwicklungen dort keine attraktiven Fahrpläne mit tollen Ausflugsmöglichkeiten mehr anbieten", erklärt das Unternehmen auf Anfrage von Reise vor9. Beim Flussschiffanbieter A-Rosa werden zunächst bis zum 26. September keine Reisen in Frankreich mehr angeboten.

Auf Rhein und Donau werden Anlaufpunkte geändert

Auf Donau und Rhein verfolgen die Unternehmen eher eine andere Strategie. Bei Nicko Cruises sind die abschließenden Entscheidungen über die nächsten Reisen noch nicht gefallen; man kläre noch mit den Partnern, was die jüngsten Entwicklungen bedeuteten, heißt es auf Anfrage. Bei A-Rosa sollen alle Abfahrten auf dem Rhein und der Donau "auch weiterhin wie geplant stattfinden und durch attraktive Alternativhäfen außerhalb der Risikogebiete ergänzt“ werden.

Auf dem Rhein bleiben die Routen der A-Rosa-Schiffe auf Häfen außerhalb der beiden Risikogebiete, wie Middelburg oder Lelystad am Ijsselmeer, beschränkt. Amsterdam und Rotterdam könnten "bei Panoramafahrten ohne Ausstieg vom Schiff aus bewundert werden", teilt der Veranstalter mit. Zudem solle ein Landausflug "zu den schönsten Sehenswürdigkeiten von Amsterdam führen“, die vom Bus aus ohne Halt besichtigt werden könnten.

"Panoramafahrten" und Bustouren ersetzen Landausflüge

Als Alternative zu Wien bietet A-Rosa Tulln oder Korneuburg außerhalb des Risikogebietes an, von wo aus Wien per Bus im Rahmen einer Stadtrundfahrt ohne Ausstieg besichtigt werden könne. Zudem könnten die Gäste Wien im Anschluss bei einer Panoramafahrt ohne Halt von ihrem Schiff aus genießen. Im Fall von Budapest habe die ungarische Agentur das Unternehmen darüber informiert, „dass es unter speziellen Auflagen und nach vorherigem Antrag und Genehmigung der ungarischen Behörden wieder möglich ist, Budapest anzulaufen und Panoramafahrten ohne Ausstieg durchzuführen“. Bis die Genehmigung erteilt werde, laufe A-Rosa als Alternativen Dürnstein und das im Nationalpark Donau-Auen gelegene Hainburg an der Donau an.

Christian Schmicke

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