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4. August 2026 | 14:33 Uhr
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Hahnair will das NDC-Angebot für Reisebüros erweitern

Hahnair ermöglicht Airlines den weltweiten Verkauf ihrer Flüge über Reisebüros, ohne dass sie selbst in jedem Markt vertreten sein müssen. Rund 350 Fluggesellschaften nutzen die Vertriebslösungen des Unternehmens. Nun baut Hahnair mit "Distriply" ein zweites Standbein für NDC-Inhalte auf. Die Plattform solle auch Büros ohne Iata-Lizenz erreichen, sagt CEO Kirsten Rehmann (Foto).

Rehmann Kirsten

Hahnair-CEO Kirsten Rehmann plant auch in Deutschland eine Anbindung für Non-Iata-Büros

Das Geschäftsmodell von Hahnair mit Sitz im hessischen Dreieich setzt an einer Besonderheit des Airline-Vertriebs an: Eine Flugbuchung und die Ausstellung des Tickets sind zwei getrennte Prozesse. Ist eine Fluggesellschaft nicht Mitglied im lokalen Abrechnungssystem BSP, könne ein Reisebüro ihren Flug im Reservierungssystem zwar finden und buchen, häufig aber kein Ticket ausstellen, sagt Rehmann im Gespräch mit Reise vor9.

Hier übernimmt Hahnair die Rolle des sogenannten Validating Carriers. Das Reisebüro stellt den Flug der Partnergesellschaft auf einem Hahnair-Ticket aus. Hahnair nimmt das Geld über das jeweilige BSP entgegen und rechnet anschließend mit der ausführenden Airline ab. So erreichen die Partner laut Rehmann mehr als 100.000 Iata-akkreditierte Reisebüros weltweit.

Zwei Wege in den Reisebürovertrieb

Für Airlines mit eigener Anbindung an globale Reservierungssysteme bietet Hahnair die Lösung "HR-169". Ein Interline-Abkommen ermöglicht ihnen den Verkauf in Märkten, in denen sie selbst nicht am BSP teilnehmen. Rund 270 Fluggesellschaften nutzten dieses Modell, sagt Rehmann.

"H1-Air" und "X1-Air" richten sich dagegen an Fluggesellschaften ohne eigene GDS-Anbindung. Hahnair übernimmt deren Inhalte und stellt die Flüge unter den Codes H1 oder X1 in die Reservierungssysteme ein. Rund 100 Airlines nutzen laut Rehmann diese Variante. Einige Partner kombinierten später beide Modelle, wenn sie eigene Vertriebsstrukturen aufgebaut hätten, berichtet sie.

Deutschland gehört zu den wichtigen Märkten. Hier können Reisebüros 334 Partner-Airlines über Hahnair ausstellen. Im gesamten deutschsprachigen Raum arbeiteten rund 2.500 Reisebüros mit den Lösungen des Unternehmens, so die Hahnair-Chefin.

Service soll Vertrauen schaffen

Für Reisebüros ist die Nutzung der klassischen Hahnair-Lösungen kostenlos. Zum Angebot gehörten ein rund um die Uhr erreichbarer Service Desk, Unterstützung bei Erstattungen, ein Wissensbereich und ein jährlicher Erlass für ein fehlerhaft ausgestelltes Ticket, so Rehmann.

Hinzu komme der Insolvenzschutz Securtix. Werde eine ausführende Fluggesellschaft zahlungsunfähig, erstatte Hahnair den ungenutzten Ticketanteil. Bei bereits angetretenen Reisen könnten auch Kosten für Ersatzflüge, Unterkünfte oder Verpflegung berücksichtigt werden. Seit 2010 wurden nach Unternehmensangaben mehr als 59 Millionen auf diese Weise abgesicherte Tickets ausgestellt.

Hahnair beschäftigt rund 250 Mitarbeiter. Serviceteams in Deutschland, auf den Philippinen und in Uruguay sollen die Betreuung über alle Zeitzonen hinweg sichern. Die Belegschaft umfasst nach Aussage der CEO 45 Nationalitäten.

Distriply soll NDC-Lücke schließen

Als zweites Standbein baut Hahnair die Marke "Distriply" auf. Das erste Produkt "Distriply One" bündelt NDC-Angebote verschiedener Fluggesellschaften in einer einheitlichen, browserbasierten Oberfläche. Eine Iata-Akkreditierung des Reisebüros oder eine eigene technische Schnittstelle ist nicht erforderlich.

Das Angebot richtet sich vor allem an kleinere Reisebüros und selbstständige Reiseverkäufer. Neben der Buchung sollen auch Änderungen, Stornierungen und Erstattungen über die Plattform abgewickelt werden können. Derzeit sind rund 30 Airlines angeschlossen.

Distriply One ist aktuell in 28 Märkten verfügbar, darunter in 17 europäischen Ländern. Deutschland gehört noch nicht dazu. Einen Termin für den Start nennt Hahnair bislang nicht, der Markt ist aber Teil des geplanten globalen Ausbaus. Weitere Produkte unter der Marke "Distriply" sollen folgen.

Christian Schmicke

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