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20. April 2021 | 15:52 Uhr
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Hanse Merkur drängt auf Haftungsübergang auf Fonds

Der Versicherer will nach eigenen Angaben das Geschäft mit der Absicherung von Kundengeldern gegen Veranstalterpleiten fortsetzen, obwohl er im vergangenen Geschäftsjahr neun Insolvenzfälle mit einer Gesamtschadensumme von 10,5 Millionen Euro regulieren musste. Er fordert allerdings einen "klaren Haftungsübergang" auf den geplanten Reisesicherungsfonds.

Insolvenz

Hanse Merkur will das Geschäft mit der Kundengeldabsicherung fortsetzen 

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Es werde "entscheidend darauf ankommen, dass es zu einem klaren Haftungsübergang auf den Reisesicherungsfonds kommt und ausreichend Rückversicherungskapazität im Markt verfügbar bleibt", teilte der Versicherer mit. Die Hanse Merkur ist eines von nur noch drei Versicherungsunternehmen, die mit ihrem Abschlussagenten Tourvers im Bereich Kundengeldabsicherung tätig bleiben wollen.

Die Kundengeldabsicherung in Deutschland soll, wie auf Reise vor9 berichtet, neu geregelt und auf einen Reisesicherungsfonds umgestellt werden. Große Pauschalreiseveranstalter sollen vom 1. Juli dieses Jahres in den Sicherungsfonds einzahlen, kleinere mit einem Jahresumsatz von weniger als drei Millionen Euro benötigen nach aktuellen Planungen weiterhin einen Versicherer, der im Fall einer Pleite die Risiken abdeckt und den benötigten Sicherungsschein für die Kunden ausstellt. Das entsprechende Gesetz durchläuft derzeit das parlamentarische Verfahren. Der neue Fonds soll zwar zum 1. Juli starten, aber erst per 1. November alleiniger Absicherer für Veranstalter mit mehr als drei Millionen Euro Jahresumsatz werden. Wer in der Zwischenzeit für Reisen mit welchem Abreisedatum haftet, ist bislang noch nicht geklärt.

Restriktionen belasten Geschäft mit Reiseversicherungen 

Bei den Reiseversicherungen musste die Hanse Merkur im vergangenen Jahr kräftige Einbußen hinnehmen. Aufgrund der erschwerten Reisetätigkeit durch das Coronavirus verringerten sich die Beitragseinnahmen in diesem Geschäftsfeld um 37,4 Prozent auf 126,3 Millionen Euro. Für die ersten drei Monate des laufenden Jahres lag das Beitragsminus bei 42,9 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum des Jahres 2020.

Insgesamt erzielte die Hanse-Merkur-Gruppe 2020 Bruttobeitragseinnahmen von knapp 2,6 Milliarden Euro und steigerte den Umsatz damit um 13,1 Prozent gegenüber 2019. Der unkonsolidierte Jahresüberschuss nach Steuern lag bei 113,2 Millionen Euro. Das Neugeschäft über alle Vertriebswege wuchs laut Hanse Merkur 2020 um 7,7 Prozent und im ersten Quartal 2021 nochmals um 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

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