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30. Juli 2026 | 11:48 Uhr
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Kurzfristbuchungen treiben das Sommergeschäft

Das kurzfristige Sommergeschäft hat im Juni deutlich zugelegt. Die Umsätze mit Neubuchungen für Juni bis August stiegen nach Angaben der Marktforscher von Travel Data + Analytics (TDA) um 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit verbessert sich die kumulierte Umsatzbilanz der aktuellen Sommersaison 2026 zum Vormonat um zwei Prozentpunkte.

Türkei Antalya Panorama Strand mit Bergen Foto iStock Neurobite.jpg

Die Türkei, hier ein Strand bei Antalya, holt im Last-Minute-Geschäft auf

Rund die Hälfte des im Juni gebuchten Umsatzes entfiel laut TDA auf Reisen mit Abflug zwischen Juni und August. Ein weiteres knappes Viertel betraf die Herbstferien im September und Oktober. Die starken Eingänge machten mehr als die Hälfte der Verluste wett, die von März bis Mai im Zuge des Iran-Kriegs entstanden waren.

Fast 1,8 Millionen Bundesbürger buchten demnach im Juni eine pauschale oder aus einzelnen Bausteinen zusammengestellte Veranstalterreise. Bei 85 Prozent lag die Abreise in einem vergleichsweise nahen Zeitraum. Nur etwa jeder zehnte Kunde entschied sich bereits für einen Winterurlaub.

Türkei erhält jeden vierten Umsatzeuro

Die Türkei legte im Juni um sieben Prozent zu und verdrängte Spanien knapp von der Spitze der beliebtesten Sommerziele. Jeder vierte gebuchte Umsatz-Euro entfiel auf das Land. Auch Griechenland und Ägypten sowie vor allem Kreuzfahrten waren stark gefragt, wobei sowohl die Türkei als auch Ägypten angesichts der Unsicherheiten rund um den Nahostkonflikt Aufholbedarf hatten.

Bis Ende Juni erreichte die Sommersaison 82 Prozent des Umsatzes der gesamten Vorjahressaison. Der Buchungsstand ist damit etwas schwächer als im vergangenen Jahr. Travel Data + Analytics bewertet den weiteren Verlauf dennoch positiv.

In Bundesländern mit frühem Ferienbeginn entwickelte sich das Last-Minute-Geschäft bereits dynamischer als in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Dort begannen die Ferien erst in der zweiten Julihälfte oder starten Anfang August. Auch in den ersten beiden Juliwochen lagen die Neubuchungen deutlich über dem Vorjahresniveau.

Kurzfristig heißt nicht günstig

Die Preise kurzfristig gebuchter Reisen sind gestiegen. Im Juni kostete eine Flugpauschalreise für die Sommerferien im Durchschnitt sechs Prozent mehr als ein Jahr zuvor. "Last Minute lässt sich nicht mit Schnäppchen gleichsetzen", sagt Marktforscher Roland Gassner. Die kurzfristig gebuchten Reisen seien in diesem Jahr in auffällig großem Umfang sogar teurer als im Vorjahresmonat und als die seit Januar eingegangenen Neubuchungen.

Für die Saison von November 2026 bis April 2027 stiegen die Buchungseingänge im Juni zwar um fünf Prozent. Kumuliert liegt der Winter jedoch weiterhin fünf Prozent unter dem Vorjahr.

Umsatzseitig erreichten Winterreisen im Juni einen Anteil von 17 Prozent, ebenfalls weniger als ein Jahr zuvor. Gassner führt die Zurückhaltung vor allem auf die geopolitischen Unsicherheiten zurück. Viele Kunden warteten deshalb mit der Buchung einer Flugpauschalreise für das kommende Winterhalbjahr noch ab.

Christian Schmicke

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