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23. Mai 2017 | 11:48 Uhr
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Lufthansa-Fraport-Gerangel geht in die nächste Runde

Die Konflikte zwischen Lufthansa und dem Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport über die künftige Zusammmenarbeit werden weiterhin als öffentlicher Clinch ausgetragen. Passend zur Hauptversammlung der Fraport AG am Dienstag gab Lufthansa-Chef Carsten Spohr der "Börsen-Zeitung“ ein Interview, in dem der größte Fraport-Kunde den "aktuellen offensichtlichen Strategieschwenk" des Flughafenbetreibers erneut kritisiert. Im Mittelpunkt der öffentlichen Schelte des Lufthansa-Managers steht nach wie vor die Strategie von Fraport, mit Rabatten neue Kunden aus dem Low-Cost-Segment, wie zum Beispiel Ryanair, nach Frankfurt zu locken. Spohr sieht die Drehkreuzfunktion von Frankfurt durch das "Hineinquetschen von Billig-Airlines", das die Pünktlichkeitsquote verschlechtere, gefährdet. Gemeint ist die geplante und von der hessischen Landesregierung bereits abgesegnete Steigerung der maximalen Zahl der Flugbewegungen von derzeit 100 auf 104 pro Stunde. Lufthansa müsse deshalb Wachstum zu anderen Drehkreuzen umsteuern. Auch ob die eigene Low-Cost-Ableger Eurowings tatsächlich, wie allgemein erwartet, im nächsten Jahr nach Frankfurt kommt, lässt der Airline-Chef ausdrücklich offen. Eurowings können ebenso wie Ryanair die Profitabilität von Zubringerstrecken für die Lufthansa Passage gefährden, mahnt er.

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Fraport und Lufthansa hätten sich in den vergangenen Jahren "eher auseinandergelebt als zusammengefunden", erklärt Spohr nicht ganz ohne Theatralik: "Wir reden zwar viel miteinander, aber anscheinend nicht über die richtigen Themen."

Fraport-Chef Stefan Schulte konterte auf die Vorwürfe im Rahmen der Hauptversammlung mit der Bemerkung, sein Unternehmen müsse "die Veränderungen im Markt ernst nehmen und auf sie reagieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben". Frankfurt habe "zuletzt deutlich Kunden an umliegende Konkurrenzflughäfen mit Low-Cost-Angeboten verloren". Um nun, nach vollzogenem Stategieschwenk, dem "erwarteten, stärkeren Passagierwachstum gerecht zu werden", erwäge man, den Flugsteig G bereits früher als 2023, wie bisher geplant, zu eröffnen. Der Flugsteig mit einer Kapazität von vier bis sechs Millionen Passagieren solle „spezifisch auf die Anforderungen von Low-Cost-Verkehren zugeschnitten“ werden, aber auch Umsteigefunktionalitäten erhalten.

Christian Schmicke

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