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23. November 2016 | 15:12 Uhr
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Mailen

Lufthansa-Piloten streiken auch am Freitag

Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hat nun zum dritten Streiktag in Folge aufgerufen. Am Freitag sollen alle innerdeutschen und europäischen Flüge bestreikt werden, die Langstreckenflüge sollen dagegen planmäßig stattfinden. Bis zum Mittag will die Airline über den Flugplan für Freitag informieren. Für Donnerstag hat Lufthansa bereits einen Sonderflugplan aktiviert. Am zweiten Streiktag fallen 912 Flüge aus, darunter 82 Langstreckenflüge. 2.088 Flüge könnten planmäßig durchgeführt werden, so die Airline. Das liegt vor allem daran, dass Töchter wie  Germanwings, Eurowings, Air Dolomiti, Austrian Airlines, Swiss und Brussels Airlines nicht bestreikt werden. Von den ersten beiden Tagen des Ausstandes sind insgesamt 215.000 Passagiere betroffen.

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Auch über die Flugplanjustierung und die Umbuchung von Passagieren auf andere Airlines hinaus ist Lufthansa um Schadensbegrenzung bemüht. So seien im Rhein-Main-Gebiet und im Münchener Raum vorsorglich fast 4.000 Hotelzimmer reserviert worden. Für Fluggäste, die aufgrund fehlender Visa nicht in Deutschland einreisen dürfen und deshalb in der Transitzone verweilen müssen, haben Lufthansa und Fraport rund 400 Feldbetten aufgestellt. Mitarbeiter versorgen die vom Streik betroffenen Fluggäste in den Terminals mit Getränken, Snacks und Telekommunikationsmöglichkeiten. Gleichzeitig seien mobile Informationsstände eingerichtet und die Kapazitäten an den Ticketschaltern verstärkt worden, erklärt die Fluggesellschaft.

Kunden, deren Flug streikbedingt ausfällt, können kostenfrei umbuchen oder stornieren. Das gleiche gilt für Fluggäste, die am Donnerstag mit Lufthansa, Austrian Airlines, Swiss und Brussels Airlines reisen wollten, unabhängig davon, ob ihr Flug gestrichen wird. Für innerdeutsche Ziele können Flugtickets gegen Voucher der Deutschen Bahn eingetauscht werden.

Fronten verhärten sich weiter

Unterdessen gehen die Kampfhähne immer mehr auf Konfrontationskurs. Lufthansa bezeichnet die Forderung der Piloten nach insgesamt 20 Prozent mehr Lohn als unverhältnismäßig und fordert die Arbeitnehmervertreter auf, das Schlichtungsangebot anzunehmen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Nur dort könne ein Kompromiss gefunden werden. Die Piloten argumentieren, ihre Forderung entspreche gegenüber dem 2011 ausgelaufenen Tarifvertrag lediglich einer Erhöhung von 3,6 Prozent pro Jahr und lehnen eine Schlichtung nach wie vor ab. Das Lufthansa Management zeige "weiterhin keinerlei Bewegung" und habe "kein verhandlungsfähiges Angebot übermittelt", so Jörg Handwerg, Mitglied des Cockpit-Vorstandes, der die Haltung der Lufthansa-Führung kompromisslos nennt. Zusätzliches Öl gießt die Lufthansa-Chefetage ins Feuer, indem sie vermeintliche Schadenersatzansprüche in Millionenhöhe gegen Cockpit wieder aufleben lassen will. Das Unternehmen erklärte, die zwischenzeitlich ruhende Schadenersatzklage über 60 Millionen Euro werde weiterverfolgt. Die Forderung der Airline bezieht sich auf die erste Streikrunde im aktuellen Tarifkonflikt aus dem Jahr 2014. Lufthansa hält die damaligen Streiks für unrechtmäßig.

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