Mit der Annahme der Empfehlung des Schlichters Gunter Pleuger ist ein Punkt des langjährigen Konflikts zwischen Lufthansa und ihren Piloten vom Tisch. Andere Themen hingegen dürften dadurch eher noch brisanter werden. So kündigte Personalvorstand Bettina Volkens sogleich an, Lufthansa werde die 85 Millionen Euro an zusätzlichen Kosten pro Jahr, die aus den Gehaltserhöhungen für die 5.400 Piloten resultieren, dadurch kompensieren, dass "abweichend von der bisherigen Flottenplanung 40 zugehende Flugzeuge außerhalb des Konzerntarifvertrages bereedert werden". Details zur Ausgestaltung einer alternativen Plattform für den Betrieb dieser Maschinen sollen in den nächsten Wochen vorgestellt werden.
Das bedeutet: Die nun erzielte Einigung dient ausschließlich der Besitzstandswahrung der aktuell vom Konzerntarifvertrag erfassten Piloten, während die Fluggesellschaft gleichzeitig ihre Anstrengungen, Mitarbeiter in andere Gesellschaften mit niedrigeren Vergütungen auszulagern, verstärkt. Dieser Punkt ist ebenfalls ein zentraler Zankapfel zwischen Lufthansa und ihren Angestellten. Weil er aber nicht Bestandteil von Tarifverhandlungen ist, konnte er im Zuge der Schlichtung auch nicht mitverhandelt werden.
Ohenhin steht die abschließende Zustimmung der Piloten zum Ergebnis der Schlichtung noch aus. Zwar bestätigt die Gewerkschaft Cockpit, dass ihre Tarifkommission der Empfehlung zugestimmt hat, aber: "Das letzte Wort liegt jetzt bei den Mitgliedern, die im Rahmen einer Urabstimmung über die endgültige Annahme des Schlichterspruches entscheiden werden“, schränkt Cockpit-Sprecher Markus Wahl ein. Die Urabstimmung werde "zeitnah eingeleitet", mit einem Ergebnis sei Ende März zu rechnen.