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24. Januar 2019 | 14:44 Uhr
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Mehr Geld für Airport-Sicherheitskräfte –

Der Tarifkonflikt bei den privaten Sicherheitskräften an den Flughäfen ist beendet. Der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen und die Gewerkschaft Verdi haben sich auf einen ersten bundesweiten Tarifvertrag in der Luftsicherheit geeinigt. Er hat eine Laufzeit von drei Jahren und sieht jährliche Erhöhungen von 3,5 bis 9,77 Prozent vor.

Damit sind die Streiks vom Tisch, die die deutsche Luftfahrt seit Wochen immer wieder lahmlegten. Verdi zeigte sich zufrieden damit, dass sie sich in der Anpassung der östlichen Bundesländer durchsetzen konnte. Demnach wird in der Passagierkontrolle der Stundenlohn bis 2021 auf 19,01 Euro steigen. Die Luftsicherheitsassistenten erhalten so etwa am Flughafen Leipzig/Halle jährlich 1,44 Euro die Stunde mehr, bereits 2021 wird das Westlohnniveau erreicht. In den anderen Tätigkeitsbereichen einigte man sich auf einen längeren Anpassungszeitraum.

Beide Seiten haben sich zudem darauf verständigt, direkt nach Abschluss des Entgelttarifvertrages in Verhandlungen über Zeitzuschläge, Funktionszulagen und die Umwandlung von Entgelt in zusätzliche Freizeit einzusteigen. Die Tarifkommission der Gewerkschaft hat das Ergebnis angenommen. Nun müssen noch die Mitglieder darüber abstimmen.

"Das vorliegende Ergebnis ist ein beidseitiger Kompromiss, der sich in den Details sehen lassen kann", sagte Benjamin Roscher, Verdi-Verhandlungsführer. Die Gewerkschaft habe gute Ergebnisse für alle Bereiche der Luftsicherheit durchsetzen können. Den geforderten bundesweit einheitlichen Bruttostundenlohn von 20 Euro konnte Verdi nicht durchsetzen.

Automatisierung soll Kostenanstieg bremsen

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) begrüßt die Einigung, beklagt aber seit längerem, dass die steigenden Löhne bei den privaten Luftsicherheitskräften den Flugverkehr verteuern. "Was wir nun brauchen, sind deutliche Fortschritte bei Automatisierung und Effizienzsteigerung der Kontrollen. Denn eine Verdoppelung der Kosten an den Sicherheitskontrollen seit 2010, aber eine Effizienz nur halb so groß wie in europäischen Nachbarländern - das zeigt, dass es so in Deutschland nicht weitergehen kann", sagte am Donnerstag BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow.

 

Auch der Flughafenverband ADV begrüßt die Einigung, warnt aber gleichzeitig vor steigenden Kosten. "Das zeigt einmal mehr, wie unnötig die überzogenen Warnstreiks an deutschen Flughafenstandorten in den vergangenen Tagen waren", sagte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel Reise vor9. Reisende hätten nun immerhin wieder Planungssicherheit und Arbeitskämpfe auf ihrem Rücken seien für drei Jahre vom Tisch. "Dennoch wird der Luftverkehr das verabschiedete Tarifpaket zu spüren bekommen“, so Beisel weiter. Die Luftsicherheitskosten seien zu einer enormen Belastung für die gesamte Luftverkehrsbranche geworden. "Allein seit 2010 sind die Kosten für Luftsicherheit an den deutschen Flughäfen vor allem durch überzogene Tarifabschlüsse um mehr als 60 Prozent gestiegen“, beklagt er. Diese Entwicklung werde nun zumindest verlangsamt. „Dennoch werden die Tarifsteigerungen zum Wettbewerbsnachteil des deutschen Luftverkehrs im europäischen Vergleich führen. Daher ist jetzt – wie im Koalitionsvertrag verankert – eine Kostenbeteiligung des Bundes dringend erforderlich", fügt Beisel hinzu. Die Flughäfen würden jetzt verstärkt auf eine Optimierung bei der Automatisierung und Effizienzsteigerung der Kontrollen mit modernster Sicherheitstechnologie setzen.

Thomas Horsmann

 

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