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29. Juli 2018 | 08:00 Uhr
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Minister wollen gegen Flugchaos aktiv werden

Angesichts der zahlreichen Flugausfälle und Verspätungen in diesem Jahr ist nun auch die Bundesregierung aufgewacht und will sich der Sache annehmen. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) kündigte gegenüber der "Passauer Neuen Presse" einen "Maßnahmenkatalog für den Luftverkehr" an. "Ich kann nicht akzeptieren, dass es so viele technische Probleme, Verspätungen und auch Abfertigungsprobleme gibt", sagte Scheuer dem Blatt. Deshalb werde sich sein Ministerium nun aus aktuellem Anlass verstärkt damit beschäftigen.

Personalprobleme thematisieren

"Im Herbst brauchen wir dann auch klare Botschaften für die Flughäfen und die Fluggesellschaften", forderte der CSU-Politiker. "Wir müssen uns mit allen Beteiligten zusammensetzen, einen Maßnahmenkatalog entwickeln und Lösungsansätze besprechen." Es dürfe dabei nicht nur um das Kabinenpersonal gehen, sondern auch die Probleme des Bodenpersonals und die Nachwuchsprobleme der Branche müssten in den Blick gerückt werden.

"Es hakt etwas an diversen Schnittstellen", hat der Minister erkannt. Er selbst habe häufig erlebt, dass Flugzeuge wegen des Personalmangels zu spät starteten. "Das kann eigentlich nicht sein. Natürlich hat man angesichts der hohen Arbeitsbelastung auch Verständnis für die Situation. Aber all das müssen wir ansprechen", kündigte Scheuer an.

Flughäfen sollen Kontrollen in Eigenregie durchführen

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will unterdessen durchsetzen, dass Flughäfen ihre Sicherheitskontrollen künftig in Eigenregie organisieren. Ein Eckpunktepapier des Ministeriums, das die Nachrichtenagentur DPA veröffentlichte, sieht vor, dass die Luftsicherheitsbehörden dann lediglich noch die Standards für die Ausbildung und für die eingesetzte Technik festsetzen. Außerdem sollen sie durch ihre Fachaufsicht und mittels Qualitätskontrollen sicherstellen, dass die Standards im Betrieb eingehalten werden.

Zu Stoßzeiten überfordert

Derzeit ist die Bundespolizei an 13 großen Verkehrsflughäfen für die Fluggastkontrollen zuständig. Dies betrifft die Flughäfen Berlin-Schönefeld, Berlin-Tegel, Bremen, Dresden, Düsseldorf, Erfurt, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Köln/Bonn, Leipzig/Halle, Saarbrücken und Stuttgart. Die Polizei wiederum setzt dort private Sicherheitsfirmen ein. An den übrigen Flughäfen liegt die Verantwortung bei den Bundesländern.

Die Sicherheitskontrollen an deutschen Flughäfen gelten im Vergleich zu anderen europäischen Ländern als ineffizient und langsam. Airlines wie Lufthansa fordern seit langem eine Beschleunigung der Prozesse. Auch der Flughafenverband ADV hatte bereits gefordert, der Bundespolizei die Kontrollen zu entziehen.

 

 

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