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19. September 2018 | 05:53 Uhr
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Mit Small Planet droht die nächste Airline-Pleite

Der Ferienflieger Small Planet Airlines hat beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg Antrag auf Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung gestellt. Das Gericht hat den Antrag genehmigt und Rechtsanwalt Joachim Voigt-Salus als Sachwalter bestellt. Der Flugbetrieb soll ohne Einschränkungen fortgesetzt werden.

„Gebuchte Tickets behalten ihre Gültigkeit“, teilt Small Planet Airlines weiter mit. „Alle Flüge von und nach Deutschland und den Niederlanden werden weiterhin von Small Planet Airlines Deutschland durchgeführt“, heißt es in der Mitteilung weiter. Das Luftfahrtbundesamt habe gegen die Weiterführung des Flugbetriebes keine Einwände geäußert, so die Airline.

Small Planet Airlines Deutschland ist eine Tochter der gleichnamigen litauischen Gesellschaft. Sie fliegt seit 2016 für deutsche Reiseveranstalter zu den Ferienregionen rund um das Mittelmeer, nach Ägypten und den Kanaren. Aktuell betreibt der Carrier in Deutschland neun Airbus A320 und A321, die in Hamburg, Hannover, Köln, Leipzig, Paderborn sowie Hurghada und Amsterdam stationiert sind.

Grund für die Insolvenz sei „die angespannte finanzielle Lage auf Grund der Geschehnisse des aktuellen Sommers“, heißt es in einer Pressemitteilung. Gemeint sind damit vor allem massive Verspätungen und die daraus resultierenden Entschädigungszahlungen an Passagiere.

„Nach unseren Informationen warten über 20.000 Fluggäste seit Monaten auf die Auszahlung der Entschädigung, die ihnen aufgrund eines verspäteten oder annullierten Fluges gegen Small Planet zusteht“, sagt Lars Watermann, Geschäftsführer des Fluggastportals EUflight. Für die Passagiere bedeute die Insolvenz, dass sie ihre Forderungen abschreiben müssen.

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