Norwegian und Ryanair läuten Zeitenwende
Im Billigflug-Sektor steht offenbar ein Deal bevor, der die Spielregeln in diesem Segment neu definiert. Ryanair und Norwegian schicken sich an, gemeinsame Sache zu machen. Wie der "Sunday Telegraph" berichtet, steht die irische Billig-Airline kurz vor dem Abschluss von Verhandlungen mit Norwegian Air Shuttle. Dabei soll Ryanair als Passagierlieferant für die Langstreckenverbindungen der EU-Tochter der Skandinavier fungieren. Die Vorteile, die das beiden Partnern bringt, liegen auf der Hand. Ryanair kann die Auslastung auf Verbindungen zu den Langstrecken-Abflughäfen von Norwegian verbessern und, eine starke Nachfrage vorausgesetzt, die Preise anheben. Und Norwegian erhält dringend benötigte Passagiere für die Flüge über den Atlantik zu US-Zielen wie Las Vegas, Fort Lauderdale, Oakland, Los Angeles oder New York-Newark. Das ist umso wichtiger, als Norwegian nicht nur von Metropolen-Airports wie London-Gatwick, Paris-Orly und im nächsten Jahr auch Barcelona und Amsterdam startet, sondern auch von kleineren Flughäfen wie Cork, Dublin, Oslo oder Stockholm. Deren Einzugsgebiet würde alleine nicht ausreichen, um die Langstreckenmaschinen zu füllen.
Gleichzeitig wird die Zusammenarbeit für beide Partner zum Balanceakt. Schließlich ist Ryanair gezwungen, die bislang auf reine Punkt-zu-Punkt-Verbindungen eingestellte Logistik zu verändern. So muss sich das Unternehmen darauf einstellen, Koffer umzuladen und auf verspätete Flüge des Partners zu warten. Außerdem sollten Faktoren wie die Gepäckbestimmungen beider Partner aneinander angepasst sein. Darüber hinaus sollten sie ihre Preise sorgfältig kalkulieren. Denn um wettbewerbsfähig zu bleiben, muss eine Umsteigeverbindung, an der beide verdienen wollen, deutlich günstiger sein als entsprechende Direktverbindungen der Netzcarrier.