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16. Januar 2020 | 16:05 Uhr
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Offenbar drei Interessenten für Condor

Neben dem amerikanischen Finanzinvestor Apollo sollen die polnische Fluglinie LOT sowie die britische Investmentfirma Greybull an einer Übernahme des Ferienfliegers interessiert sein. Bis nächste Woche müssen sie verbindliche Angebote abgegeben, die dann einzeln geprüft werden.

Condor Boeing 767

Drei ernsthafte Interessenten soll es für Condor geben

Über die drei Favoriten berichtet der "Spiegel" unter Berufung auf Insider. Die Kandidaten wollten die Meldung gegenüber dem Magazin nicht kommentieren. Apollo wolle die Fluglinie dem Vernehmen nach gemeinsam mit deutschen Reiseveranstaltern übernehmen.

DER Touristik, Alltours und Schauinsland Reisen waren bereits vor Wochen als mögliche Mitinvestoren genannt worden. Sie haben ein starkes Interesse am Überleben von Condor, weil sie um ausreichende Flugkapazitäten im deutschen Markt fürchten. Die Pläne sehen offenbar vor, dass die Veranstalter mit einer Minderheitsbeteiligung bei Condor einsteigen und ihre Kunden bevorzugt mit der Airline auf die Reise schicken.

Staatskredit muss im April zurückgezahlt werden

Die polnische LOT wiederum könnte durch den Kauf von Condor eine "kritische Größe" erreichen, um sich alleine am Markt zu behaupten, mutmaßt der "Spiegel". Zudem könne sie so ihr Langstreckennetz ausbauen. Bei der Investmentfirma Greybull vermuten die  Autoren ein Konzept, das dem von Apollo ähnelt.

Condor fliegt derzeit mit Hilfe eines Überbrückungskredits des Bundes und des Landes Hessen in Höhe von 380 Millionen Markt im Rahmen eines Schutzschirmverfahrens. Im April muss dieser zuzüglich Zinsen zurückgezahlt werden. Zahlungen für Buchungen von Flügen, die nach dem 1. April stattfinden, fließen in ein Treuhandkonto, durch das die Kundengelder abgesichert werden sollen.

Einigung mit Flugbegleitern über Stellenabbau

Am Mittwochabend meldeten die Airline und die Flugbegleitergewerkschaft UFO, dass man sich auf das Verfahren um den Abbau von 150 Vollzeitstellen geeinigt habe. Für ihre Zustimmung zu den Plänen, die die Gewerkschaft Verdi bereits abgesegnet hatte, habe sie zusätzlich zu den bisher avisierten Zahlungen für Mitarbeiter, die freiwillig ausscheiden, ein Volumen von zusätzlichen 1,6 Millionen verhandeln können, so die Flugbegleitergewerkschaft. Dadurch könne pro Mitarbeiter eine zusätzliche Summe von bis zu 35.000 Euro an Abfindungen ausgezahlt werden. Die Investoren, die an Condor interessiert seien, hätten die Entlassungen zur Bedingung für die Abgabe verbindlicher Angebote gemacht, heißt es von UFO.

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