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3. Mai 2022 | 17:22 Uhr
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Plantours erhebt Treibstoffzuschlag für Kreuzfahrten

Kreuzfahrtanbieter Plantours berechnet wegen der hohen Treibstoffpreise einen Zuschlag, auch für bereits gebuchte Reisen. Auf dem Hochseeschiff Hamburg sind elf Euro pro Person und Nacht fällig, bei den vier Flusschiffen sind es fünf Euro. Reisebüros erhalten auf den Zuschlag fünf Prozent Provision. Weitere Reedereien dürften beim Treibstoffzuschlag folgen.

Hamburg Foto Plantours

Für Reisen mit der Hamburg erhebt Plantours elf Euro Zuschlag pro Person und Nacht

Gegenüber Reise vor9 bestätigt Plantours Kreuzfahrten, dass der Zuschlag auch für bereits gebuchte Kreuzfahrten erhoben werde. In einem Schreiben an die Kunden heißt es dazu, nach Abschluss des Reisevertrages hätten "bedauerlicherweise der Krieg in der Ukraine und die weltpolitische Lage dazu geführt, dass sich die Preise für die Beförderung von Personen aufgrund höherer Kosten für Treibstoff und anderer Energieträger nicht unerheblich erhöht" hätten.

Am Beispiel des Hochseeschiffes Hamburg erläutert das Unternehmen, der durchschnittliche Verbrauch von Marine-Diesel betrage rund 24 Tonnen pro Tag. Als man die Reisepreise für die im letzten Jahr erschienenen Kataloge Anfang des Jahres 2021 kalkuliert habe, sei Plantours von einem Bezugspreis in Höhe von 550 US-Dollar je Tonne ausgegangen. Dieser Bezugspreis sei zwischenzeitlich auf 1.100 US-Dollar je Tonne angestiegen. Das bedeute bezogen auf den Verbrauch eine Kostensteigerung von rund 13.200 US-Dollar pro Tag, umgerechnet also rund 12.000 Euro.

Ein Drittel der Kosten wird an Kunden weitergereicht

Die Hamburg verfüge über eine Kapazität von 400 Passagieren zuzüglich der Crew. Unter Berücksichtigung der täglichen Mehrkosten verteilt auf die Passagiere ergäbe sich – bei maximaler Auslastung – eine tägliche Kostensteigerung in Höhe von 30 Euro pro Passagier, heißt es weiter. Die Kunden sollen davon gut ein Drittel übernehmen. Die weitere Differenz zur tatsächlichen Kostensteigerung trage Plantours. Ein Grund dafür dürfte auch darin liegen, dass der Aufpreis bei gebuchten Reisen nicht mehr als acht Prozent betragen darf, wenn Kunden kein kostenloses Rücktrittsrecht zustehen soll.

Ein Sprecher erklärt auf Anfrage, die Kundschaft reagiere verständnisvoll auf die Erhebung des Zuschlags. Dem Vernehmen nach ist Plantours nicht der einzige Kreuzfahrtveranstalter, der seine Kunden wegen der hohen Treibstoffpreise zusätzlich zur Kasse bittet. Reise vor9 bleibt diesbezüglich am Ball.

Christian Schmicke

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