Welche Summen Lufthansa und Air France-KLM tatsächlich für den Tap-Anteil geboten haben, ist bislang nicht bekannt. Beide Konzerne hatten Ende Juli verbindliche Angebote eingereicht. Portugals Ministerpräsident Luís Montenegro erklärte anschließend lediglich, die vorliegenden Indikatoren deuteten auf eine höhere Bewertung hin als zuvor erwartet.
Der Finanzanalyst Nuno Barradas Esteves beziffert den wirtschaftlichen Wert von Tap laut Eco auf 1,95 bis 2,07 Milliarden Euro. Daraus ergibt sich für den zu privatisierenden Anteil von 49 Prozent ein Basispreis zwischen 972 Millionen und 1,03 Milliarden Euro.
Wettbewerb könnte den Preis treiben
Weil Lufthansa und Air France-KLM um Tap konkurrieren, rechnet der Analyst mit einem Aufschlag von zehn bis 20 Prozent. Damit könnte der Erlös des Staates auf 1,12 bis 1,24 Milliarden Euro steigen. Dieser hatte seit 2020 insgesamt 3,34 Milliarden Euro an staatlichen Mitteln in Tap gepumpt.
Eine spätere vollständige Privatisierung könnte weitere Einnahmen bringen. Politisch sei dieser Schritt derzeit jedoch kaum durchsetzbar, da sowohl die Sozialistische Partei PS als auch Chega gegen den Verkauf einer Mehrheit seien, heißt es.
