Mehr Umsatz, aber höhere Verluste bei Tap Air Portugal
Tap Air Portugal hat im ersten Halbjahr 2026 mehr Umsatz und Passagiere verbucht, zugleich aber den Verlust ausgeweitet. Die Betriebserlöse stiegen um 4,3 Prozent auf gut zwei Milliarden Euro. Unter dem Strich stand aber ein Minus von knapp 100 Millionen Euro. Belastend wirkten vor allem die deutlich höheren Treibstoffkosten.
iStock/JoaoMartinsARC
Tap will in den kommenden Jahren die Ertragskraft steigern
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Die Treibstoffkosten stiegen laut der Bilanz im ersten Halbjahr um 18,7 Prozent oder 89,4 Millionen Euro. Besonders stark fiel der Anstieg im zweiten Quartal aus: Hier lagen die Ausgaben für Kerosin um 52,3 Prozent beziehungsweise 127,1 Millionen Euro über dem Vorjahreswert.
Tap konnte die Mehrkosten nur teilweise über höhere Erlöse auffangen. Ein großer Teil der Tickets für das zweite Quartal sei bereits verkauft gewesen, als die Treibstoffpreise stark anzogen, erklärt die Airline. Preisanpassungen wirkten deshalb zeitverzögert. Der operative Ertrag sank im Halbjahr auf 182 Millionen Euro, nach 259 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Nettoverlust stieg von 70,7 auf 99,2 Millionen Euro.
Höhere Auslastung trotz kaum mehr Flügen
Operativ entwickelte sich das Geschäft positiv. Tap beförderte 8,2 Millionen Passagiere und damit 4,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Flüge nahm dagegen nur um 0,3 Prozent auf rund 57.500 zu. Die Auslastung verbesserte sich um 3,4 Prozentpunkte auf 85,4 Prozent. Besonders Südamerika und Europa hätten zum Umsatzwachstum beigetragen, berichtet die Airline.
Im zweiten Quartal habe sich allerdings ein unterschiedliches Bild nach Regionen gezeigt. Europa und Afrika entwickelten sich positiv, während Nordamerika beim Erlös je angebotenem Sitzkilometer sieben Prozent verlor. Tap führt dies unter anderem auf zusätzliche Kapazitäten und Preisdruck in der Economy Class zurück.
Tap startet neuen Strategieplan
Finanziell stärkte die Airline ihre Liquidität mit einer Anleihe über 350 Millionen Euro. Ende Juni verfügte Tap über liquide Mittel von rund 1,22 Milliarden Euro. Nach Abschluss des von der Europäischen Kommission genehmigten Sanierungsplans hat das Unternehmen zudem einen Strategieplan für die Jahre 2026 bis 2035 aufgelegt. Vorgesehen sind unter anderem Wachstum auf der Langstrecke, eine stärkere Differenzierung des Produkts, zusätzliche Erlösquellen und eine beschleunigte Digitalisierung.
Die Halbjahreszahlen fallen in die laufende Teilprivatisierung von Tap. Lufthansa und Air France-KLM haben verbindliche Angebote für eine Minderheitsbeteiligung vorgelegt. Eine Entscheidung wird noch in diesem Monat erwartet.
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