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13. März 2020 | 07:00 Uhr
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Reedereien sagen immer mehr Kreuzfahrten ab

Nachdem immer mehr Häfen Kreuzfahrtschiffen die Einfahrt verwehren, müssen die Reedereien ihre Reisepläne umstricken und Törns absagen. Mit Princess Cruises und Viking Cruises haben bereits zwei Gesellschaften bis Mai den Betrieb komplett eingestellt.

Absage

Immer mehr Kreuzfahrten müssen abgesagt werden

Die Welt ist klein geworden für die Kreuzfahrtreedereien. Ob Jamaika und Grenada in der Karibik, die Golfstaaten, Israel, Zypern, Malta oder Madeira – immer mehr Häfen lassen keine Kreuzfahrtschiffe mehr einfahren oder verweigern deren Gästen den Landgang. Hinzu kommt, dass die italienischen Häfen derzeit nicht angelaufen werden können. Sämtliche US-Häfen sind obendrein nach der entsprechenden Ankündigung von US-Präsident Donald Trump für europäische Kreuzfahrtgäste tabu. Wie am Donnerstagabend bekannt wurde, schließt auch Spanien seine Häfen mindestens bis zum 26. März für Kreuzfahrtschiffe.

Die Carnival-Tochter Princess Cruises zieht die Konsequenz aus den Coronafällen an Bord ihrer Schiffe und den aktuellen Hafenschließungen. Das Unternehmen stellt den Betrieb aller 18 Kreuzfahrtschiffe bis zum 10. Mai ein. Viking Cruises zieht bis Ende April neben sechs Hochseeschiffen auch rund 70 Flussschiffe aus dem Verkehr.

Aida Cruises: Die Reederei musste die Orient-Saison nach der Schließung der Häfen in Dubai und Abu Dhabi abbrechen – „voraussichtlich bis zum 2. April“, wie die Reederei mitteilt. Die „Bella“ sollte nach dem Abbruch der Asien-Reisen von Ende März an vier- und fünftägige Kurzreisen im westlichen Mittelmeer von und nach Mallorca durchführen, bei der „Sol“ sollten die italienischen Häfen von Civitavecchia und Livorno vorläufig durch alternative Anlaufstellen in Spanien oder Frankreich ersetzt werden. Diese Pläne sind nun hinfällig. Auch die durch die Karibik reisende „Diva“ muss wegen des Ausfalls der Anläufe in Montego Bay auf Jamaika und George Town auf den Cayman-Inseln nach Alternativen suchen. Der nächste Passagierwechsel steht am 15. März in La Romana (Dominikanische Republik) an. Die “Aura“ durfte am Donnerstag nicht den Hafen der norwegischen Stadt Bergen anlaufen und reist direkt zurück nach Hamburg wo sie am Samstag eintreffen soll.

TUI Cruises: Die „Mein Schiff 5“, die von Abu Dhabi abgewiesen worden war, soll nach den jüngsten Informationen bis Sonntag auf See bleiben. Die Rückreise der Gäste sollte von Dubai aus erfolgen. Allerdings hat auch Dubai den Hafen für Kreuzfahrtschiffe vom 13. März an geschlossen. Dort lagen am Donnerstagnachmittag noch sieben Oceanliner. Die "Mein Schiff 3" soll am 14. März den Hafen von Las Palmas de Gran Canaria anlaufen, die "Mein Schiff 4" am selben Tag den Hafen von Palma de Mallorca. Die Passagiere beider Schiffe reisen am Sonntag, 15. März, nach Hause. Die "Mein Schiff Herz" verbleibt laut TUI Cruises vorerst im Hafen von Teneriffa. Optionen für den Reiseverlauf und Rückreisemöglichkeiten würden aktuell geprüft, heißt es.

Costa Kreuzfahrten: Die Carnival-Tochter bietet für alle Einzelbuchungen (FIT) einer Kreuzfahrt mit Abreise bis 30. April eine kostenlose Umbuchung auf eine andere Costa-Kreuzfahrt mit Abfahrt bis Februar 2021 an. Die kostenlose Umbuchung muss spätestens am 27. März erfolgen. Costa hat zudem bereits drei Sieben-Tages-Reisen der „Smeralda“ ab Mitte März abgesagt. Für die „Pacifica“ist Genua am 23. März vorläufige Endstation. Die Reederei hofft, vom 4. April an wieder Reisen von und nach Italien anbieten zu können. Die „Victoria“ macht nach der Ankunft in Venedig oder Triest am 28. März bis zum 25. April Pause, vier Reisen werden abgesagt. Für die „Fortuna“, die ihre Reisen ab Singapur canceln musste, soll es am 9. April von Savona aus wieder losgehen. Weitere Details hat Costa in einem PDF zusammengestellt.

MSC Cruises: Die Reederei sagt die Kreuzfahrten der „Bellissima“ und der „Lirica“ ab dem 14. März ab. Das gilt auch für die Transatlantik-Kreuzfahrten der „Bellissima“ am 21. März und die der „Lirica“ am 18. April. Die geplanten Abfahrten der „Opera“ am 10. März und 21. April von und nach Italien sind ebenfalls abgesagt. Die "Grandiosa" hat laut MSC den Hafen von Barcelona in der Nacht vom 12. März verlassen und fuhr zunächst weiter nach Marseille, wo das Schiff am 13. März anlegt. Das Schiff läuft anschließend noch die Häfen in Genua und Civitavecchia  an. Dort werden die Gäste ausschließlich ausschiffen, es werden keine neuen Passagiere mehr aufgenommen. Passagieren, die am 12. März in Barcelona eingeschifft sind, wird der volle Kreuzfahrtpreis für den Abbruch ihrer Reise erstattet. 

Daneben hat die französische Regierung am 12. März die Schließung des Hafens von Fort-de-France auf Martinique angekündigt. Die "MSC Preziosa", die am Samstag dort anlegen sollte, wird daher an diesem Tag lediglich Passagiere ausschiffen und keine neuen Gäste mehr aufnehmen. Das Schiff soll seine Reise fortsetzen und am 17. März den Hafen von Bridgetown auf Barbados anlaufen, wo die restlichen Passagiere das Schiff verlassen. Die Kreuzfahrten der "Preziosa" mit Abfahrten am 14., 21. und 28. März werden abgesagt. Die Grand Voyage von Fort-de-France nach Hamburg mit Abfahrt am 4. April werde nach aktuellem Stand wie geplant stattfinden, teilt MSC mit. Eine Zusammenfassung gibt es in einem PDF von MSC

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